{"id":981,"date":"2021-06-16T03:28:03","date_gmt":"2021-06-16T01:28:03","guid":{"rendered":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=981"},"modified":"2023-07-03T18:49:37","modified_gmt":"2023-07-03T16:49:37","slug":"mosel-camino","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=981","title":{"rendered":"Erfahrungen auf dem Mosel-Camino"},"content":{"rendered":"\n<p><em>[Nennung von Namen und Marken ist keine bezahlte Werbung, sondern subjektive Einsch\u00e4tzung aufgrund unserer Erfahrungen]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich letztes Jahr von Erfurt zum Rhein gepilgert bin, habe ich mir dieses Jahr mit einem Freund den Anschluss von Koblenz nach Trier vorgenommen.  Der Mosel-Camino ist ein sch\u00f6ner (und anspruchsvoller) Fernwanderweg mit nominell ca. 160 Km (gelaufen sind wir laut Handyaufzeichnung 201 Km). Dazu einige t\u00e4gliche H\u00f6henmeter zwischen Moseltal und H\u00f6henlagen. Sinnvoll w\u00e4re es wohl, den Weg in k\u00fcrzere Etappen (max 16-20 Km\/Tag) aufzuteilen und lieber 1-2 Tage l\u00e4nger einzuplanen als der Outdoor-F\u00fchrer aus dem Conrad-Stein-Verlag empfiehlt. Dann hat man den Kopf frei bzw Zeit, auch mal in Kirchen zu verweilen oder die sch\u00f6ne Natur zu genie\u00dfen statt \u00fcberall vorbeizuhetzen. Das Buch ist \u00fcbrigens nur bedingt als Pilgerf\u00fchrer zu empfehlen. Es behauptet zwar Wanderf\u00fchrer und Pilgerf\u00fchrer zu sein, pr\u00e4sentiert aber prim\u00e4r historische Zahlen statt spiritueller Inhalte zu Kirchen, Kl\u00f6stern und Strecken, verzichtet auf eine Liste von Pilgerstempeln und verzeichnet eher hochpreisige Unterk\u00fcnfte. Echte Pilgerherbergen (5-10 EUR Spende im Massenquartier) finden sich allerdings an der Mosel auch nicht, sondern 30-40 EUR p.P. im Doppelzimmer sollte man einplanen. Dann bekommt man guten Standard mit reichhaltigem Fr\u00fchst\u00fcck. Das hat aber dann nicht so viel mit dem urspr\u00fcnglichen Pilgergedanken (mit wenig Geld mehrere Monate bis nach Spanien laufen) zu tun, sondern ist eher ein 2 Wochen Aktivurlaub. Interessant w\u00e4re eine antikapitalistische Variante, den ganzen Weg \u00fcber mit Schlafsack in Schutzh\u00fctten zu \u00fcbernachten und sich an vorhandenen Wasserbecken frisch zu machen. <br>Die Strecken scheinen mir auch nicht so sehr an historischen Wegen oder &#8222;energieeffizient&#8220; markiert zu werden, sondern aufgrund touristischer Kriterien. So sind einige Alternativrouten direkt an der Mosel im Buch von 2021 nicht mehr enthalten (angeblich weil die Fahrradfahrer sich \u00fcber zu viele Pilger auf dem gemeinsamen Wegstrecken beschwert hatten) und einige Bergtouren k\u00f6nnte man deutlich einfacher begehen. Da empfehle ich jedem Wanderer, seine eigene Route zu w\u00e4hlen. Von der Via Regia und dem Elisabethpfad bin ich da aber etwas mehr Pilger-Unterst\u00fctzung gewohnt als an der Mosel. Entsprechend w\u00fcrde ich meine Reise diesmal auch nicht als Pilgerreise, sondern als Wanderurlaub bezeichnen (auch wenn es geistliche Momente und Pilgerbegegnungen gab). Sch\u00f6n war, dass nach dem coronabedingten Lockdown Hotels und Gastronomie wieder \u00f6ffnen konnten und so andere Pilger unterwegs waren. Es gab also immer wieder pers\u00f6nliche Begegnungen, wie man es sich beim Pilgern w\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Grundlage f\u00fcr eine Planung des Moselcamino kann ich empfehlen: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/mosel-camino.info\/\" target=\"_blank\">http:\/\/mosel-camino.info\/<\/a> <br>Wie bei jeder Tour sollte man nur das N\u00f6tigste mitnehmen. 2 Klamottensets (Merinowolle oder schnelltrocknende Synthetik), Hohe Wanderschuhe und leichte Abendschuhe, kleiner Kulturbeutel und minimales Technikset (Handy, Ladeger\u00e4t, Powerbank, weil der Empfang dort oft erstaulich schlecht ist, was Akkuleistung zieht!). Oft kann man sich vom Fr\u00fchst\u00fcck noch ein Br\u00f6tchen f\u00fcr den Weg mitnehmen oder beim B\u00e4cker besorgen. Ein Apfel und M\u00fcsliriegel, evt Banane oder Tomate zwischendurch reichen dann, um \u00fcber den Tag zu kommen. Ich mag meine 2l Trinkblase, die ich t\u00e4glich mit Leitungswasser auff\u00fclle und eine kleine Flasche, in der ich abends ColdBrewCoffee (Turkish Style) f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag ansetze, um unterwegs Kaffee trinken zu k\u00f6nnen. Nach Ankunft tut mir ein halber Liter Wasser mit Minaral-Vitamin-Tabletten gut und abends ein guter Moselwein lokaler Erzeuger.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Tourdaten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Koblenz Hbf &#8211; Stolzenfels<\/strong> Zubringer \u00fcber den <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ich-geh-wandern.de\/rheinburgenweg-etappe-7-koblenz-rhens\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ich-geh-wandern.de\/rheinburgenweg-etappe-7-koblenz-rhens\" target=\"_blank\">Rheinburgenweg<\/a> (ca 10Km) Es lohnt sich, hier mit einer \u00dcbernachtung zu starten, wenn man eine l\u00e4ngere Anreise hat.<br>\u00dcN: &#8222;FeWo-Stolzenfels&#8220; (war bei uns ausgebucht) ist gut gelegen am offiziellen Wegstart. Hotel zur Kripp war OK, aber ca 1,5Km ab vom Weg.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Koblenz-St. &#8211; Alken<\/strong> 17,6 Km (Real haben wir mit Zubringerwegen 22,5 Km zur\u00fcckgelegt) neben der Autobahnrastanlage kann man erstaunlich gut pausieren.<br>\u00dcN: Pilgerherberge am Bleidenberg (war bei uns ausgebucht).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alken &#8211; Kloster Maria Engelport<\/strong> 26 Km \u00dcN im Kloster lohnt sich.<br>Die Strecke ist allerdings zu weit! Bis Treis-Karden schafft man es (waren schon 25 Km, die weiteren 8 haben wir im Taxi abgek\u00fcrzt). Wer im Kloster \u00fcbernachten will, sollte ggf die erste \u00dcN nach L\u00f6f oder Hatzenport schieben oder eine extra \u00dcN n\u00e4he Burg Eltz einplanen, um nicht zu sp\u00e4t am Kloster anzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kloster Engelport &#8211; Bullay<\/strong> 20 Km ist vom Kloster aus machbar. Von TK aus wieder viel zu weit vorgegeben! Interessanter Brautrock-Brunnen.<br>\u00dcN im Moselinchen ist nett und unkompliziert<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bullay &#8211; Traben-Trarbach<\/strong> 23,7 Km (real 27Km). Wir hatten geplant, mit einer F\u00e4hr\u00fcberfahrt nach P\u00fcnderich die geplante Route abzuk\u00fcrzen, aber die F\u00e4hre war ohne Vorank\u00fcndigung auf der Webseite au\u00dfer Betrieb. Alternativroute n\u00f6rdlich der Schleife am Moselweg ist auch sch\u00f6n, sp\u00e4ter macht bei Sonnenschein der &#8222;Hei\u00dfe Stein&#8220; seinem Namen alle Ehre und \u00fcber den Mont Real l\u00e4uft es sich entspannt schattig (aber nicht mit wenig H\u00f6henmetern).<br>\u00dcN in der Pilgerherberge Alte Lateinschule (war bei uns ausgebucht) ist wohl sehr empfehlenswert. Wir haben bei Pension Bartz etwas weiter au\u00dferhalb mit modernen Zimmern und kleinem Pool im Garten gute Erfahrungen gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Traben-Trarbach &#8211; Klausen<\/strong> 23,7 Km (real 27,2 Km) auch hier zu weit und ab Monzel w\u00fcrde ich die &#8222;alte Alternativroute&#8220; n\u00f6rdlich der letzten 2 Berge empfehlen.<br>\u00dcN: nette Pilgerherberge in Klausen direkt am Dorfladen, sehr zu empfehlen! Aufgrund der Streckenaufteilung aber vielleicht doch eher in Monzel bleiben?!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klausen &#8211; Kl\u00fcsserath<\/strong> 10,5 Km (real 13Km) war kurz und entspannt, l\u00e4sst Zeit zum Nachdenken und f\u00fcr Begegnungen<br>\u00dcN: Privatzimmer im Weingut Herres inkl Essen und Weinprobe in pers\u00f6nlicher Atmosph\u00e4re sind sehr zu empfehlen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kl\u00fcsserath &#8211; Schweich<\/strong> 14 Km (real 16,7)<br>\u00dcN:  Pension Schiff war ausgebucht (von anderen empfohlen), Pension Wallerath direkt am Weg war gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schweich &#8211; Trier<\/strong> 20,2 Km (real 25 Km je nach Stadtroute), sieht erst flach aus, hat aber einige heftige Anstiege und zieht sich am Ende l\u00e4nger als man denkt. Am Anfang ist eine Alternativroute bis Quint an der Mosel angenehm zu laufen. In Trier lohnt es sich noch ein paar Stunden oder sogar einen ganzen Tag einzuplanen, um auszuschlafen und wieder in der Zivilisation anzukommen<br>\u00dcN in der neu renovierten Jugendherberge war gut, setzt aber eine kostenpflichtige Mitgliedschaft aller G\u00e4ste voraus.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Am Ende ist ein Pilgerweg das, was man draus macht. Wir hatten fast t\u00e4glich gute Begegnungen mit Menschen, die auch unterwegs sind und Fragen haben. So kann man sich gegenseitig bereichern, wenn man offen ist und ins Gespr\u00e4ch kommt. Daher w\u00fcrde ich auch immer zu kurzen Etappen und freien Zeiten raten, um Zeit f\u00fcr sich, andere Menschen und Gottesbegegnugnen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/karsten.kopjar\/posts\/10221762041454860\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.facebook.com\/karsten.kopjar\/posts\/10221762041454860\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Mehr Fotos gibts bei Facebook!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[Nennung von Namen und Marken ist keine bezahlte Werbung, sondern subjektive Einsch\u00e4tzung aufgrund unserer Erfahrungen] Nachdem ich letztes Jahr von Erfurt zum Rhein gepilgert bin, habe ich mir dieses Jahr mit einem Freund den Anschluss von Koblenz nach Trier vorgenommen. 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