{"id":872,"date":"2020-11-02T15:56:43","date_gmt":"2020-11-02T13:56:43","guid":{"rendered":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=872"},"modified":"2021-12-17T19:31:50","modified_gmt":"2021-12-17T17:31:50","slug":"pilgern-in-deutschland-ein-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=872","title":{"rendered":"Pilgern in Deutschland &#8211; ein Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich schreibe als Medientheologe \u00fcber meine Erfahrungen mit einem sehr klassischen Medium &#8211; die Pilgerreise. Eine Auszeit, in der ich bewusst viele Kan\u00e4le nicht genutzt habe, um anderes st\u00e4rker wahrzunehmen. <br>Da der Text etwas l\u00e4nger ist, hier eine \u00dcbersicht der Kapitel:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"#DerWeg\" data-type=\"internal\" data-id=\"#DerWeg\">Der Weg ist das Ziel<\/a><\/li><li><a href=\"#Planung\" data-type=\"internal\" data-id=\"#Planung\">Planung und Literatur<\/a><\/li><li><a href=\"#Navigation\" data-type=\"internal\" data-id=\"#Navigation\">Navigation analog und digital<\/a><\/li><li><a href=\"#Herbergen\">Was sind geeignete Herbergen?<\/a><\/li><li><a href=\"#Tagesziel\" data-type=\"internal\" data-id=\"#Tagesziel\">Realistisches Tagesziel<\/a><\/li><li><a href=\"#Tagesstruktur\" data-type=\"internal\" data-id=\"#Tagesstruktur\">Mahlzeiten und Tagesstruktur<\/a><\/li><li><a href=\"#ZwischenErfurt\" data-type=\"internal\" data-id=\"#ZwischenErfurt\">Zwischen Erfurt und Loreley<\/a><\/li><li><a href=\"#Ausr\u00fcstung\">Ausr\u00fcstung &#8211; Wirklich nur das n\u00f6tigste<\/a><\/li><li><a href=\"#Resumee\" data-type=\"internal\" data-id=\"#Resumee\">pers\u00f6nliches Res\u00fcmee<\/a><\/li><li><a href=\"#Etappen\">Etappen-\u00dcbersicht<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Mehr Fotos im <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/karsten.kopjar\/posts\/10220192867906502\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.facebook.com\/karsten.kopjar\/posts\/10220192867906502\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Facebook-Post zum Beitrag<\/a>!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-1024x742.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-883\" width=\"600\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-1024x742.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-300x217.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-768x557.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-600x435.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-1536x1113.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Karsten-2048x1485.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"DerWeg\">Der Weg ist das Ziel<\/h2>\n\n\n\n<p>Eigentlich hatte ich geplant, den nordspanischen K\u00fcstenweg nach Santiago de Compostella zu pilgern. Nachdem Nordspanien kurzfristig Risikogebiet wurde, war ich im Oktober 2020 stattdessen vier Wochen auf Pilgertour in Deutschland.  <br>Nach der ersten Entt\u00e4uschung kam es mir eigentlich total passend vor: Wie urspr\u00fcnglich \u00fcblich bin ich zuhause (in Erfurt) losgelaufen. Die richtung wurde durch die Wege mit der Jakobsmuschel ausgewiesen. Auch wenn mir klar war, dass ich in einem Monat nicht den ganzen Camino gehen kann, war ich im Geiste der Jakobspilger unterwegs. Und diese Ausrichtung gab der Tour eine zus\u00e4tzliche Tiefe. Neben dem Fernwandern haben mich geistliche und menschliche Fragen besch\u00e4gtigt: Wer bin ich? Was ist mir wirklich wichtig? Wie will ich in Zukunft leben? Fragen, die im Alltag zu oft untergehen. Da bietet es sich an, eine Auszeit zu nutzen, um bewusst dar\u00fcber nachzudenken.<br>Die t\u00e4glich Routine des Laufens  und wo m\u00f6glich ein einfaches Leben mit Verzicht auf unn\u00f6tigen Luxus und Zerstreuung waren mir wichtig. Leider ist letzteres in Deutschland gar nicht so einfach (dazu sp\u00e4ter mehr). Einige sagen ja, man muss sich vom Weg leiten lassen, aber um entspannter zu sein, empfehle ich hierzulande ein wenig vorzuplanen. So habe ich die \u00dcbernachtungen der ersten beiden Wochen komplett vorgebucht und die letzten beiden Wochen dann unterwegs immer mit ein paar Tagen Vorlauf recherchiert. Das war gut, weil ich auf Ver\u00e4nderungen reagieren konnte, hat aber unterwegs auch zu einigen Stunden MobileOffice gef\u00fchrt. Und dass ich am Ende nach 500 Km an der Loreley lande, h\u00e4tte ich am Anfang noch nicht gedacht. Von daher hat der Weg mich gef\u00fchrt, auch wenn ich nicht ganz unvorbereitet gestartet bin.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/etappen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-894\" width=\"491\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/etappen.jpg 632w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/etappen-300x117.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/etappen-600x234.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 491px) 100vw, 491px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Planung\">Planung und Literatur<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Grundlage meiner Wegplanung war die Website <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/camino-europe.eu\" target=\"_blank\">https:\/\/camino-europe.eu<\/a> (erg\u00e4nzend auch <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.oekumenischer-pilgerweg.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.oekumenischer-pilgerweg.de\" target=\"_blank\">www.oekumenischer-pilgerweg.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.elisabethpfad.de\/elisabethpfade\/eisenach-marburg\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.elisabethpfad.de\/elisabethpfade\/eisenach-marburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.elisabethpfad.de\/elisabethpfade\/eisenach-marburg <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.lahn-rhein-camino.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.lahn-rhein-camino.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.lahn-rhein-camino.de<\/a> und die entsprechende Literatur). Urspr\u00fcnglich geplant war die via regia und der Elisabethpfad. Durch kurzfristiges Umdisponieren (durch die sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Infos zu Beherbergungsverbot und Corona-Hotspots) kamen noch LahnCamino und RheinCamino hinzu. Auf der europ\u00e4ischen Camino-Website finden sich Kurzbeschreibungen und gpx-Dateien der zentralen Jakobswege. Au\u00dferdem habe ich mir Literatur besorgt, um detailiertere Beschreibungen und Herbergsverzeichnisse (notfalls auch ohne Internet und Strom) dabei zu haben. Im Nachhinein w\u00fcrde ich aber sagen, dass beides auch nur mit digitalen Mitteln gut funktioniert h\u00e4tte und die B\u00fccher nicht unbedingt n\u00f6tig sind. Besonders entt\u00e4uscht war ich, dass die eigentlich sehr guten OUTDOOR-F\u00fchrer des Conrad-Stein-Verlages v\u00f6llig unpassende Unterk\u00fcnfte (Einzelzimmer oft 60-80 EUR pro Nacht) angeben und damit als Pilgerf\u00fchrer an sich ungeeignet sind. Allerdings muss man dazu sagen, dass es an den Strecken auch nicht sehr einfach ist, g\u00fcnstigere Alternativen zu finden (zumal aktuell fast alle Jugendherbergen wegen Umbau geschlossen sind). Da w\u00e4re also auch an die Jakobusvereine zu apellieren, noch mehr Kirchgemeinden und andere Anbieter zu motivieren, ihre Gemeindeh\u00e4user f\u00fcr Pilger zu \u00f6ffnen und das auch klar zu kommunizieren. Positiv hervorheben m\u00f6chte ich daher das Herbegsverzeichnis des \u00f6kumenischen Pilgerweges entlang der Via Regia (nur im Heft) und des <a href=\"http:\/\/www.elisabethpfad.de\/service\/unterkunftsverzeichnisse\/unterkunftsverzeichnis-eisenach-marburg\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.elisabethpfad.de\/service\/unterkunftsverzeichnisse\/unterkunftsverzeichnis-eisenach-marburg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Elisabethpfades<\/a>, welches zwar dringend aktualisiert werden m\u00fcsste, aber viele, auch g\u00fcnstige und pilgergeeignete Unterk\u00fcnfte (5-10 EUR f\u00fcr Massenquartier, 15-30 EUR Pension) enth\u00e4lt. Wer die B\u00fccher nutzt, bekommt freilich noch viele kulturelle Infos zu St\u00e4dten und Sehensw\u00fcrdigkeiten am Weg, die man sich sonst zusammengoogeln m\u00fcsste. Und wer digitale Medien reduzieren will, kann das so entspannt tun (als Erg\u00e4nzung sollte man dann eine gute Wanderkarte mitnehmen!).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-1024x762.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-884\" width=\"575\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-1024x762.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-300x223.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-768x571.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-600x446.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-1536x1143.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Literatur-2048x1523.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 575px) 100vw, 575px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Navigation\">Navigation analog und digital<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich war allerdings prim\u00e4r digital unterwegs. Ich nutze die OpenSource-Software <a href=\"https:\/\/f-droid.org\/de\/packages\/net.osmand.plus\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/f-droid.org\/de\/packages\/net.osmand.plus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">OSMAND~<\/a> die kostenlose Karten auf dem Ger\u00e4t speichert und so unterwegs ohne Internetverbindung via gps navigieren kann. \u00dcber die importierten GPX-Daten wurde mir als rote Linie der vorgeschlagene Weg angezeigt. Zus\u00e4tzlich habe ich meist eine Fu\u00dfg\u00e4nger-Navigation gestartet, um die Entfernung zum Ziel im Blick zu haben und bei Weg\u00e4nderungen einfach weiter geleitet zu werden. Als Backup hatte ich die Beschreibungen in den F\u00fchrern und die Wegmarkierungen (Jakobsmuschel bzw Elisabeth-Symbol am Wegrand), die mir gezeigt haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin. An einigen Stellen musste ich zwischendurch abw\u00e4gen, wenn die GPX-Daten, Navigation und Wegmarkierungen voneinander abwichen.  Und letztlich muss jeder Pilger immer wieder seinen eigenen Weg finden.  Der kann mal eine Ehrenrunde drehen, eine Abk\u00fcrzung nehmen oder Exkurse integrieren. Vor allem zwischen Eisenach und Marburg musste man sich fast t\u00e4glich entscheiden, ob man dem Jakobsweg auf den alten Handelsrouten im Tal (20Km asphaltierter und eher langweiliger Radweg) oder dem Weg der Heiligen Elisabeth (anstrengenderer aber sch\u00f6nerer Waldweg \u00fcber die H\u00fcgel) folgt. Ich war meist mit Lissy unterwegs. Am Rhein verweigert sich der Jakobsweg allerdings der &#8222;einfachen Route&#8220; am Fluss entlang (die mir das Navi immer wieder aufdr\u00e4ngen wollte) und folgt in weiten Teilen dem bekannten Rheinsteig mit deutlich mehr H\u00f6henmetern (und dadurch sch\u00f6nerem Lauferlebnis). Ich w\u00fcrde empfehlen, lieber mehr Zeit zu investieren und die sch\u00f6neren Wege zu gehen, denn auf den Weg kommt es ja an. Nicht versiegelte Waldwege tun den F\u00fc\u00dfen (meist) gut und inspirierende Umgebungen helfen beim Nachdenken. Ob man allerdings wirklich jede Dorfkirche am Weg mitnehmen muss, darf jeder selbst entscheiden. Einige haben mich nachhaltig fasziniert, w\u00e4hrend ich kurz sitzen und ausruhen konnte. Andere waren nicht so einladend oder sogar geschlossen. Dann ist die Entt\u00e4uschung \u00fcber den Umweg doppelt so gro\u00df. Ein Highlight ist die offene Kirche in Aspach (bei Gotha) mit Tisch &amp; St\u00fchlen und toller Atmosph\u00e4re!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-886\" width=\"581\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-300x169.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-768x432.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-600x338.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Offene-Kirche-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Herbergen\">Was sind geeignete Herbergen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei den \u00dcbernachtungen muss man sich auf einen Mix aus g\u00fcnstigen Pilgerherbergen und teureren Hotels oder Pensionen einstellen. Ganz so g\u00fcnstig wie in Spanien kommt man nicht davon. Vor allem, weil eine Hotel\u00fcbernachtung meist auch ein Abendessen im Restaurant erfordert, wenn die einfache Pilgerk\u00fcche fehlt. Und in manchen Hotelrestaurants hat schon ein Glas Wein und Wasser zum Abendessen mehr gekostet als an anderen Orten die \u00dcbernachtung inkl selbstzubereitetem Abendessen, Getr\u00e4nken und Fr\u00fchst\u00fcck zusammen. Weiter unten werde ich detaillierter auf meine Erfahrungen eingehen (wobei die durch die Brille der Corona-Ma\u00dfnahmen im Herbst 2020 zu sehen sind).<br>Gute Erfahrungen habe ich mit dem Anrufen bei Pfarrerinnen und Pfarrern gemacht. Einige haben mich aufgenommen, obwohl sie keine offizielle Pilgerherberge betreiben. Leider musste ich mir auch einige verst\u00e4ndnislose Absagen anh\u00f6ren, die gar nicht verstehen konnten, warum man auf einer Pilgerreise in einer Kirche nach Unterkunft fragt. Vielleicht sollten die Landeskirchen (in dem Fall EKM, EKKW, EKHN und EKiR) das Thema &#8222;Pilgerfreundliche Gemeinde sein&#8220; nochmal vertieft behandeln. Denn wer Pilger aufnimmt, tut nicht nur denen etwas gutes, sondern kann auch von deren Fragen und Erlebnissen profitieren (sofern man irgendwann wieder wirklich miteinander in Kontakt kommen darf). Eine Falt-Matratze in einem beheizbaren Raum, eine einfache Pilgerk\u00fcche (Herdplatte, Topf, Wasserkocher) und eine Toilette mit Waschbecken reichen notfalls aus. Ein K\u00fchlschrank und eine Dusche erh\u00f6hen den Komfort nat\u00fcrlich deutlich. Aus Pilgersicht w\u00e4re es sch\u00f6n gewesen, mehr Kontakt zu Gastgebern oder anderen Pilgern zu haben. Das war coronabedingt nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich, weil oft pro Sanit\u00e4reinrichtung nur ein Haushalt zugelassen war und ich daher oft alleine im gro\u00dfen Gemeindehaus war, w\u00e4hrend andere weiterreisen mussten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-1024x984.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-887\" width=\"601\" height=\"577\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-1024x984.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-300x288.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-768x738.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-600x577.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-1536x1476.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Jesusbett-2048x1969.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Tagesziel\">Realistisches Tagesziel<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei den Etappenvorschl\u00e4gen in der Literatur finde ich immer wieder Touren um die 30 Km am Tag. Das halte ich pers\u00f6nlich f\u00fcr eine Pilgerreise f\u00fcr zu viel. Aber das muss jeder selber rausfinden. Mein K\u00f6rper sagt mir bei \u00fcber 20Km (mit gut 10Kg Rucksack auf dem R\u00fccken) sehr deutlich, dass es reicht. Ich laufe meist zwischen 8 und 9 Uhr los und versuche, zwischen 16 und 17 Uhr anzukommen. Und daf\u00fcr sind 20Km eine gute Distanz. Denn an sch\u00f6nen Punkten sollte man auch Zeit zum Verweilen einplanen. Sei es eine 30min Mittagspause,  mehrere kurze Auszeiten an sch\u00f6ner Aussicht, in einer Kirche oder zum Lesen informativer Schautafeln. Und auch das Nachdenken und ggf Aufschreiben von Erkenntnissen sollte Zeit haben. An den Tagen, wo ich ein zu hohes Pensum schaffen musste, habe ich weniger von mir und meiner Umgebung wahrgenommen als an entspannten Wandertagen. Also  lieber nur 18 Km vornehmen (kleinere Umwege ergeben sich von selbst&#8230;) als mit zu hohen Anspr\u00fcchen ungl\u00fccklich werden. Zwar h\u00f6rt man immer wieder Geschichten von Pilgern, die 30 oder 40 Km an einem Tag gelaufen sind, aber das sind dann oft Ausnahmen, weil es nicht anders ging oder irgendwas schief gegangen ist. Und das sind vor allem keine Entfernungen, die man mehrere Wochen am St\u00fcck geht. Wer nur eine Tagestour macht oder eine Woche unterwegs ist, kann mehr leisten als wer dauerhaft geht. Zus\u00e4tzlich w\u00fcrde ich au\u00dferdem alle 10-14 Tage einen Pausetag einplanen, an dem man nur wenig oder gar nicht gehen muss, sondern vor Ort bleibt, Wunden versorgen, W\u00e4sche waschen oder lokale Sehensw\u00fcrdigkeiten besichtigen kann. Und wenn es mal gar nicht mehr geht (Wetter, F\u00fc\u00dfe, Motivation, &#8230;), darf man auch ruhig mal eine Strecke per Bus und Bahn abk\u00fcrzen. Ich habe zum Beispiel die Innenstadtrouten von Erfurt und Gotha abgek\u00fcrzt, weil ich an dem Tag erst mittags losgekommen bin und der mir gut bekannte Weg vom Domplatz zum Messegel\u00e4nde ohnehin nicht so reizvoll ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-1024x753.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-888\" width=\"568\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-1024x753.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-300x221.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-768x565.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-600x441.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung-1536x1130.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Wegplanung.jpg 1567w\" sizes=\"auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Tagesstruktur\">Mahlzeiten und Tagesstruktur<\/h2>\n\n\n\n<p>Abends habe ich meist zwischen 18 und 20 Uhr gegessen. Oft war ich der einzelne Pilger in einer Unterkunft (gleichzeitig ein Vorteil und Nachteil der Corona-Ma\u00dfnahmen), so dass gemeinsame Gespr\u00e4che \u00fcber den Weg eher sp\u00e4rlich ausfielen. Dadurch bin ich entgegen meinem Alltag als Sp\u00e4tschl\u00e4fer meist schon um 21-22 Uhr Schlafen gegangen und habe oft 10h geschlafen. Wenn der K\u00f6rper es braucht, g\u00f6nn es ihm! Dennoch fand ich es hilfreich, nicht zu sp\u00e4t loszulaufen. Also um 7 Uhr aufstehen und zwischen 8 und 9 Uhr loslaufen, w\u00e4re mein Tipp. Wobei ich auch Tage hatte, an denen es immer sp\u00e4ter wurde oder ich nach 20min Weg doch nochmal auf nen Kaffee beim n\u00e4chstbesten B\u00e4cker angehalten habe. <br>Bei den Mahlzeiten habe ich flexibel auf die Gegebenheiten reagiert. Teilweise gab es ein tolles Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet, manchmal einfach nur M\u00fcsli und Milch, oder auch mal gar nichts. Dann gab es Supermarktfr\u00fchst\u00fcck oder notfalls Fallobst an der n\u00e4chsten Wiese. Eine Notration hatte ich immer dabei, um notfalls nicht zu unterzuckern. Und einige Herbergen haben schon vorher den Hinweis gegeben, unterwegs einzukaufen, weil es im Ort nichts gibt. Das war hilfreich. Um von Logistik vor Ort unabh\u00e4ngig zu sein, habe ich mir eine kleine Flasche und Kaffeepulver mitgenommen und jeden Abend eine Portion ColdBrewCoffee angesetzt (10g Kaffeepulver mit 250ml kaltem Wasser aufgie\u00dfen und 8-12h ziehen lassen). So hatte ich jeden Tag einen kalten Koffeinschub zum Mitnehmen. Danaben hatte ich pro Tag 1-2 M\u00fcsliriegel, viel Obst und wenn m\u00f6glich 1-2 Br\u00f6tchen dabei. Nach Ankunft gab es erstmal eine warme Dusche (oder eben Katzenw\u00e4sche) und Vitamin\/Magnesium-Brausetablette zum Trinken. Abends war in einigen Orten ohne K\u00fcche oder Gesch\u00e4ft ein Pizza-Lieferdienst die einzige Nahrungsquelle. Auch da kann man zwischen Nudeln, Reis und \u00e4hnlichem variieren, aber die Qualit\u00e4t im Vorfeld nur selten einsch\u00e4tzen. Zumindest satt bin ihc immer geworden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-889\" width=\"548\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-300x169.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-768x432.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-600x338.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Fruehstueck-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 548px) 100vw, 548px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"ZwischenErfurt\">Zwischen Erfurt und Loreley<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Nachhinein wird mir bewusst, wie unterschiedlich Deutschland beschaffen ist und wie diese Gegebenheiten auch kulinarisch und menschlich pr\u00e4gen. Das ist nat\u00fcrlich hochgradig pers\u00f6nlich und von Reisebedingungen wie Wetter, Begegnungen, Unterk\u00fcnften abh\u00e4ngig. Die Beobachtungen sollen niemanden diffamieren und haben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Neutralit\u00e4t:<br><strong>Die Th\u00fcringer Wege<\/strong> waren recht k\u00fchl, rauh, windig, sehr l\u00e4ndlich, d\u00fcnn besiedelt. Infrastruktur war eher sp\u00e4rlich, aber das was da ist, teilt man gerne. Hier waren einfache \u00dcbernachtungen am einfachsten zu finden und ich hatte am ehesten das Gef\u00fchl, zu pilgern.<br><strong>Die nordhessischen Wege<\/strong> kamen mir eher wie ein \u00dcbergang vor. Das Bindeglied zwischen der neuen und der alten Heimat. RollingHills, kleine St\u00e4dtchen, die f\u00fcr sich funktionieren aber selber wissen, dass sie keine Highlights sind. Eher entspannt und pragmatisch. Es war ein t\u00e4gliches Abw\u00e4gen zwischen den Bergtouren (&#8222;mit Lissy&#8220;) oder den einfachen Talstrecken (&#8222;mit Jack&#8220;), bevor abends beide wieder zusammen kommen.<br><strong>Die mittelhessischen Wege an der Lahn<\/strong> waren unspektakul\u00e4r sch\u00f6n. Auf diesem Abschnitt habe ich viel bei Freunden \u00fcbernachtet und es gab die gr\u00f6\u00dften Umplanungen. Die gro\u00dfen Entscheidungen passieren ja oft im unscheinbaren. Mal flach an der Lahn oder mit seichter Steigung \u00fcber die H\u00fcgel. Im R\u00fcckblick alles recht zahm, aber ohne zahlreiche unspektakul\u00e4re Zufl\u00fcsse wie die Lahn w\u00e4re der Rhein auch nicht so ein gro\u00dfer Strom&#8230;<br><strong>Zwischen Lahn und Rhein<\/strong> wurde f\u00fcr mich die Reise deutlich katholischer, gef\u00fchlt konservativer, weniger flexibel und kommerzieller. Auch da gab es wohlwollende Begegnungen und sch\u00f6ne Strecken, aber die pers\u00f6nliche N\u00e4he wich einer touristischen Gastlichkeit des Gebens und Nehmens.<br><strong>Das UNESCO-Weltkulturerbe des Mittelrheins<\/strong> schlie\u00dflich begeistert mit Weinbau, hohen Felsen, Prunk und Unnahbarkeit. Sicherlich liegen einige der sch\u00f6nsten Erlebnisse dort und ich mag das bergige, herausforderne. Aber hier ist man sich auch bewusst, dass man etwas besonderes ist. Man frotzelt gegen die andere Rheinseite, grenzt Altbier- K\u00f6lsch-, Pils- und Weingegenden voneinander ab und ist stolz auf alte Steine, egal ob Kirche oder Schlo\u00df. Wobei es davon so viel gibt, dass es auch wieder egal ist. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-890\" width=\"520\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-300x169.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-768x432.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-600x338.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Lahnblick-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Ausr\u00fcstung\">Ausr\u00fcstung &#8211; Wirklich nur das n\u00f6tigste<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;Maximal 10% des eigenen K\u00f6rpergewichts soll man auf dem R\u00fccken tragen&#8220; hab ich mal geh\u00f6rt. Da hab ich ja nochmal Gl\u00fcck gehabt, aber wie man als zierliches Wesen bei so einer Tour unter 10 Kg kommen soll, kann ich mir nicht vorstellen. Ein leichter 40l Rucksack scheint mir passend f\u00fcr folgendes zu sein:<br><strong>Ein Set Wanderklamotten:<\/strong> T-Shirt, Fleece, Unterhose, Socken, Wanderhose, Wanderschuhe, Schwei\u00dftuch, Jacke, M\u00fctze, Schal, Handschuhe, Mundschutz. (wenn m\u00f6glich alles Merinowolle oder schnelltrocknende Microfaser)<br><strong>Ein Set Freizeitklamotten<\/strong> (notfalls auch wandertauglich): T-Shirt, Longsleeve, Unterhose, Hose, Socken, leichte Schuhe, Mikrofaserhandtuch<br><strong>Backup f\u00fcr nass-kaltes Wetter:<\/strong> Wollsocken, lange Unterhose, Regenhose, Regencape<br><strong>Kleines Technik-Set<\/strong> (wasserdicht verpackt): Handy, USB-Ladeger\u00e4t, Kopfh\u00f6rer, leichte Powerbank, Smart-Armband + Ladeger\u00e4t, USB-Stick, Minilampe<br><strong>Kleiner Kulturbeutel:<\/strong> kl. Zahnb\u00fcrste, Zahncremekonzentral, Duschgel, Deo-Stick, Feuchtigkeitscreme, Wundheilsalbe, Pflasterset, Nagelschere, Baby-Puder, Desinfektionsspray, Kaugummi<br><strong>weiteres:<\/strong> Geldbeutel (minimal mit Karten &amp; kleinen Scheinen), Tagebuch, Stift, Pilgerf\u00fchrer, Schlafsack, Baumwollbeutel (um Kleidung zum Kissen zu machen), Schlafanzug, Ersatzmundschutz, Trinkblase (mir haben 1,5l Wasser pro Tagesmarsch gereicht), Termoskanne + Teebeutel, CB-Coffeeflasche + Kaffeepulver, Vitamintabletten, M\u00fcsliriegel, Obst, Besteck, Plastiksch\u00fcssel, Pilgermuschel, Pilgerkreuz<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte anfangs 15Kg gepackt, habe dann schon zu Hause zweimal entschlackt und nach 3 Tagen nochmal ca 2Kg &#8222;Notfallmaterial&#8220; aussortiert und per P\u00e4ckchen nach Hause geschickt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-980x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-891\" width=\"535\" height=\"558\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-980x1024.jpg 980w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-287x300.jpg 287w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-768x803.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-600x627.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-1469x1536.jpg 1469w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Rucksack-1959x2048.jpg 1959w\" sizes=\"auto, (max-width: 535px) 100vw, 535px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Resumee\">pers\u00f6nliches Res\u00fcmee<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt! Es waren vier Wochen Abenteuer, die am Ende so schnell vorbei waren, dass ich mir f\u00fcr das n\u00e4chste mal gerne 6-8 Wochen Zeit nehmen w\u00fcrde. Aber das ist schwer im Arbeitsalltag einzutackten. Ich hatte \u00f6fters die Frage, warum ich mir das eigentlich antue, t\u00e4glich schmerzende F\u00fc\u00dfe und Beine, wunde Stellen zu versorgen und neue Reise-Bedingungen auf die man sich einstellen musste. Es ist schon was anderes wie ein All-Inclusive-Mittelmeerurlaub (und am Ende vermutlich \u00e4hnlich teuer). Aber es ist eine unbezahlbare Erfahrung und hilft, den \u00fcberdrehten Alltag wieder besser einzuordnen. Zwischendurch habe ich mich manchmal auf SocialMedia-Kan\u00e4len umgesehen und gemerkt, welche Belanglosigkeiten uns t\u00e4glich besch\u00e4ftigen. Worum geht es eigentlich? Was brauchen wir eigentlich? Und wie viel Ballast h\u00e4lt uns vom eigentlichen Leben ab?<br>Jetzt komme ich langsam wieder im Alltag an und werde vermutlich ganz schnell wieder nach dem bisherigen &#8222;Normal&#8220; funktionieren. Aber das Gegenkonzept im HInterkopf zu haben kann auch helfen, den \u00fcblichen Alltag immer wieder zu hinterfragen, reflektierter zu gestalten und kleine Dinge bewusster wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-1024x946.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-892\" width=\"543\" height=\"502\" srcset=\"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-1024x946.jpg 1024w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-300x277.jpg 300w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-768x710.jpg 768w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-600x554.jpg 600w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-1536x1419.jpg 1536w, https:\/\/medientheologe.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/20201102_013652-2048x1892.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 543px) 100vw, 543px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"Etappen\">Etappen-\u00dcbersicht<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle, die es ganz genau wissen wollen, hier eine tabellarische \u00dcbersicht meiner Reise mit ein paar Kommentaren. Nicht als perfekte Tour zum Nachahmen, aber vielleicht hilft es ja bei der eigenen Tourplanung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Tag -2: Packen, aussortieren, neu packen, kl\u00e4ren, was man noch braucht<\/li><li>Tag -1: letzte Dinge besorgen &amp; f\u00fcr die Abwesenheit kl\u00e4ren, final packen (da ich an einem Montag los wollte, konnte ich Sonntag nicht einkaufen und bin erst Montagmittag losgekommen, kein guter Start&#8230;)<\/li><li>Erfurt-Gotha, lange geradeaus, unspektakul\u00e4r, zu schnell unterwegs (Blase gelaufen)<br>\u00dcN im ev. Gemeindehaus der Vers\u00f6hnungskirche inkl K\u00fcche<\/li><li>Gotha-Neufrakenroda (Siloah), eigentlich zu kurzer Weg aber als zweite Etappe bewusst so geplant. Abstecher nach Aspach lohnt!<br>\u00dcN im Einzelzimmer, Wetter sehr kalt, aber gute Gemeinschaft auf dem Hof<\/li><li>Neufrankenroda &#8211; Eisenach, toller Kammweg sp\u00e4ter schlecht ausgeschildert (ein Bahn\u00fcbergang existiert nicht mehr), langer Weg durchs Industriegebiet<br>\u00dcN Junker J\u00f6rg = sch\u00f6nes Einzelzimmer, aber weit oben am Berg, kein Altstadtbummel mehr, weil m\u00fcde<\/li><li>Eisenach-Ifta, viele Tiere getroffen und bewusst wahrgenommen, Einkaufen schon in Creuzburg (f\u00fcr 2 Tage)<br>\u00dcN im ev. Gemeindesaal, einfacher Standard mit kl K\u00fcche<\/li><li>Ifta-Datterode, kurze Etappe \u00fcber die ehem. innerdeutsche Grenze, die mir kaum aufgefallen ist. H\u00e4tte ich mir mehr Zeit nehmen sollen?<br>\u00dcN in einfacher Pension im alten Bauernhaus mit super Fr\u00fchst\u00fcck!<\/li><li>Datterode-Waldkappel, auf Waldweg mit F\u00f6rster \u00fcber Fichtensterben geredet &amp; lange Pause in der Sonne<br>\u00dcN im ev. Gemeindehaus, Fr\u00fchst\u00fcck beim B\u00e4cker<\/li><li>Waldkappel-Spangenberg, zu schnell bergauf gegangen = den ganzen Tag nassgeschwitzt, weil zu wenig Sonne zum schnell trocknen<br>\u00dcN auf Burgsitz (toll reloviert, Spendenbasis)<\/li><li>Spangenberg-Homberg, sch\u00f6ner Weg, aber unmotiviert, also viele kurze Sonnenpausen, vor kurzem Starkregen in Kirche gefl\u00fcchtet, ab Ostheim mit Bus abgek\u00fcrzt<br>\u00dcN SELK-Herberge inkl K\u00fcche direkt in sch\u00f6ner Altstadt!<\/li><li>Homberg-Treysa, langer Weg \u00fcber die Berge &#8222;mit Lissy&#8220;, nasses Gras = nasse F\u00fc\u00dfe = saukalt<br>\u00dcN privat in Treysa<\/li><li>Treysa-Kirchhain, Weg \u00fcber Momberg und Speckswinkel, ungeheizte Kirchen zum &#8222;Aufw\u00e4rmen&#8220;, weil kalter Wind, Stadtallendorf lange Innenstadt, dann per Zug abgek\u00fcrzt<br>\u00dcN privat in Kirchhain<\/li><li>Kirchhain-Rauischholzhausen, entspannter Aufstieg zur Am\u00f6neburg mit tollem Ausblick, danach Weg verlassen und Freunde getroffen<br>(w\u00e4re die Tour bis Marburg gegangen, h\u00e4tte ich den Berg vermutlich umgangen)<br>\u00dcN privat in Rauischholzhausen<\/li><li>RHH-Marburg-Roth, Logistik\/Pause-Tag, privates organisieren, daher tw Auto\/Bus\/Zug gefahren und tw gelaufen, eigentliche Route macht hinterm Schloss einen sicher sch\u00f6nen aber unn\u00f6tigen Umweg<br>\u00dcN privat in Roth<\/li><li>Roth-Bellhausen-Niederwalgern ,  nochmal ein Tag ohne viel Weg (aus logistischen Gr\u00fcnden), daf\u00fcr einen Schlenker gemacht und spannende Landwirtschaftsprojekte entdeckt. <br>\u00dcN privat in Niederwalgern<\/li><li>Niederwalgern-Gleiberg, auf diesem Weg sind auf einmal alle Dorfkirchen abgeschlossen, kommt mir komisch vor! (zu lange) Pause an der Schmelzm\u00fchle, danach zieht sich der (sch\u00f6ne) Weg l\u00e4nger als gedacht<br>\u00dcN im ev. Gemeindehaus<\/li><li>Gleiberg-Wetzlar, Burg, Feld, Wald, sch\u00f6ne Wege, aber wenig Caminofeeling (keine Wegweiser), Marburg-Wetzlar ist eher &#8222;Zubringer&#8220; zum Lahn-Camino, warum eigentlich?<br>\u00dcN privat in Wetzlar<\/li><li>Wetzlar-Weilburg (Kubach), D\u00f6rfer abgek\u00fcrzt, daf\u00fcr Turm ohne Aussicht und Braunfelser Altstadt mitgenommen, Weilburger Innenstadt ausgespart, weil Herbergssuche schwer war<br>\u00dcN in Pension am Kartoffelhof<\/li><li>Weilburg-Langhecke, eigentlich kurze Tour wird l\u00e4nger, weil ich einen Geldautomaten suche, sehr l\u00e4ndliche Gegend, toller sonniger Weg, Highlight ist Burg Freienfels!<br>\u00dcN im kath. Gemeindehaus<\/li><li>Langhecke-Limburg, emotionaler Gedanken, daher nehme ich den Weg kaum war, Einlauf nach Limburg sonnig und sch\u00f6n!<br>\u00dcN im Priesterseminar, Andacht mit indischen Schwestern<\/li><li>Limburg-Balduinstein, kurze Etappe, um noch etwas Zeit f\u00fcr Limburg und Diez zu haben, wegen Regen l\u00e4nger im Caf\u00e9 und mittags Pizzaria gesessen. Dennoch rechtzeitig angekommen<br>\u00dcN in Hotel<\/li><li>Balduinstein-Obernhof, fixe Deadline,w eil Klosterpforte 16.30 Uhr schlie\u00dft, daher schnell unterwegs, dabei im Wald falsch abgebogen und am Ende l\u00e4nger unterwegs, Erlebnis: orthodoxen Gottesdienst mit Schwestern des Klosters gefeiert, einfach aber herzlich<br>\u00dcN Kloster Arnstein<\/li><li>Obernhof-Bad Ems, \u00fcberrascht von sch\u00f6nem Dausenau, aber wenig gastlich, Bad Ems wirkt wie eine alternde Diva, die mal sch\u00f6n war und jetzt langsam unattraktiv wird (schwierige Herbergssuche)<br>\u00dcN Hotel Prinz Eitel<\/li><li>Bad Ems-Lahnstein, Schleuse und Flusspflege an der Lahn sind Highlights, der Weg wird bergiger, dank Zeitumstellung schon um halb6 dunkel, emotionales Ende des LahnCamino an der M\u00fcndung erst im Stockdunkeln gesehen<br>\u00dcN in sehr sch\u00f6ner Villa via AirB&amp;B<\/li><li>Lahnstein-Kamp-Bornhofen, SmallTalk mit anderen G\u00e4sten = sp\u00e4t losgegangen, RheinCamino wird bergiger, obwohl es Wege am Fluss gibt = sch\u00f6n, aber nicht effektiv<br>\u00dcN Hotel Rheink\u00f6nig direkt am Ufer<\/li><li>Kamp-Bornhofen-St. Goarshausen, es gibt da ein Wallfahrtskloster, das keine Pilger beherbergt und das nichteinmal komisch findet&#8230;<br>Der Weg ist mein Gesamt-Highlight, viel hoch und runter und tolle Ausblicke auf den Rhein, sonnig, aber kalter Wind<br>\u00dcN im ev. Gemeindehaus (ohne K\u00fcche)<\/li><li>St. Goarshausen-Kaub, letzte (kurze) Etappe des RheinCamino, ich laufe fr\u00fch los, um noch mit F\u00e4hre &amp; Bahn weiterzukommen, zwischendurch kurzer Regenschauer, lange Mittagspause im noblen Restaurant FETZ, Weg durch unscheinbares Hinterland des ber\u00fchmten Loreley-Felsens (angeblich soll da demn\u00e4chst ein Vergn\u00fcgungspark mit Luxushotels entstehen, Anwohner protestieren)<br>\u00dcN in Boppard im neu renovierten Hotel Ebertor<\/li><li>Klettersteig in Boppard,  es ist gut, ein wenig Zeit zum reflektieren zu haben, am Abschlu\u00dftag daher keine gro\u00dfe Wanderung, aber ein spannender 5km Wanderweg mit (einfachen) Kletterelementen und hinterher Sauna und Weinprobe runden die Tour ab<\/li><li>R\u00fcckfahrt \u00fcber Koblenz, Ausblick vom Deutschen Eck auf den MoselCamino, den ich vielleicht n\u00e4chstes Jahr laufe, um dem Heiligen Jakobus n\u00e4her zu kommen?<br>Oder doch den Ostteil der Via Regia von G\u00f6rlitz nach Erfurt, den ich eigentlich dieses Jahr schon gehen wollte?<br>Oder den spanischen Camino wie urspr\u00fcnglich geplant?<br>Mal schaun, welcher Weg mich n\u00e4chstes Jahr ruft&#8230;<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich schreibe als Medientheologe \u00fcber meine Erfahrungen mit einem sehr klassischen Medium &#8211; die Pilgerreise. 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