{"id":836,"date":"2020-06-15T12:22:34","date_gmt":"2020-06-15T10:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=836"},"modified":"2021-12-17T19:31:56","modified_gmt":"2021-12-17T17:31:56","slug":"meine-tanzgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=836","title":{"rendered":"meine Tanzgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Tanzen ist Kommunikation. Ein Medium, um die Welt um mich herum in Bewegung umzusetzen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Tanzen ist eine Leidenschaft, die mich schon lange begleitet. Mit 13 Jahren habe ich angefangen in einer Marburger Tanzschule Kurse zu belegen. Walzer, Jive, Tango, Samba, &#8230; Das Welttanzprogramm eben. Nach den \u00fcblichen Grund- und Medaillenkursen habe ich etwa 6 Jahre in einer Art Tanzkreis mit anderen Jugendlichen komplexere Technik und Figurenfolgen gelernt. Neben Showtanzformationen war das individuelle F\u00fchren und kreative entwickeln neuer Abl\u00e4ufe mit unterschiedlichen Tanzpartnerinnen meine Spezialit\u00e4t. So habe ich gelernt, mit verschiedenen Damen Musik auszutanzen und Freude auszustrahlen.<br>Neben dem eigenen Tanzen habe ich viel hospitiert, Tanzdamen auf dem Weg durch die Medaillenpr\u00fcfungen begleitet und dadurch Souver\u00e4nit\u00e4t auf dem Parkett entwickelt. Auch au\u00dferhalb der Tanzschule wurde ich \u00f6fters nach Tipps gefragt und habe angefangen, Anf\u00e4ngern die Lust am Tanzen weiterzugeben. Bewusst habe ich nie eine professionelle Turnierlaufbahn eingeschlagen, weil mir Freude und Ausdruck immer wichtiger waren als das penible Gutachten eines Wertungsrichters, der vorgibt, wie etwas korrekt zu sein hat. Neben dem Sport war die Tanzschule auch mein zweites Zuhause. Dort verbrachte ich viel Zeit, traf Freunde und konnte Selbstbewusstsein tanken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter habe ich im Studium verst\u00e4rkt Salsa getanzt. Gelernt habe ich auf Partys von Latinos und in Workshops.  Paarweise, als Rueda oder Linedance. Die lockere Partystimmung mit schnellen koordinierten Bewegungen hat mich fasziniert. Dass ich stilistisch dabei sowohl cubanisch als auch NewYorkStyle gepr\u00e4gt bin, habe ich erst sp\u00e4ter rausgefunden. <br>Gleichzeitig habe ich beim argentinischen Tango (Sal\u00f3n und Nuevo) das Konzept des modularen &#8222;F\u00fchren und Folgen&#8220; kennen gelernt. Es hat mich begeistert, wie aufgrund kleiner Nuancen der K\u00f6rperhaltung harmonische Bewegungen als Paar entstehen. So konnte ich aus bestehenden Bewegungen aller T\u00e4nze neue Variationen bauen und flexibler mit t\u00e4nzerischen Elementen umgehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Mein Drang zu extravaganten Elementen hat mich weiter zum sportlichen Rock&#8217;n&#8217;Roll gef\u00fchrt, wo schnelle Tanzfolgen mit akrobatischen Hebefiguren und st\u00e4rkeren Show-Elementen kombiniert wurden. \u00dcber 10 Jahre war das mein Haupttanz, auch als \u00dcbungsleiter im Hochschulsport und Organisator von Trainingslagern, w\u00e4hrend andere T\u00e4nze eher als Hobby nebenher liefen. Da meine langj\u00e4hrige Rock&#8217;n&#8217;Roll-Partnerin in der gleichen Tanzschule aufgewachsen war wie ich, konnten wir bei Showeinlagen oft mehrere T\u00e4nze kombinieren und bei Medleys zwischen Stilen switchen.<br>In dieser Zeit verst\u00e4rkten sich die Anfragen und ich konnte \u00f6fters Tanz-Workshops oder Wochenend-Freizeiten anbieten, bei denen die Teilnehmer teilweise \u00fcber Jahre wieder kamen und so eine Gemeinschaft formten. Das Tanzen war f\u00fcr mich also Hobby, Beruf und Familie gleichzeitig. Eine enge Gemeinschaft, die mein Leben gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann musste ich durch einen Umzug nach Erfurt viele Dinge aufgeben und am neuen Ort auch t\u00e4nzerisch neu Fu\u00df fassen. Ich konnte Grundlagen der Gesellschaftst\u00e4nze vertiefen und freie Improvisation in den Paartanz integrieren. Quasi als Steigerung des Tango Argentino fing ich an, auch in anderen T\u00e4nzen als Paar zu verschmelzen und die Musik in elementare Bewegungen zu interpretieren, die zwar grundlegend auf z.B. Rumbaelementen aufbauen, aber letztlich freie Improvisation im Paar sind. Eine sehr emotionale Spielart, die durch die enge Bindung des Paares einen speziellen Reiz hat.<br>Als etwas ruhigere Form des Rock&#8217;n&#8217;Roll begann ich mich mit dem Lindy Hop zu besch\u00e4ftigen, der die freie (argentinische) Improvisation mit schnellen (nordamerikanischen) Bewegungen kombiniert und so faszinierende Lebensfreude mit t\u00e4nzerischem Spiel verbinden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso lernte ich sportliche Individualformen wie Zumba, Salsation oder Iron Body kennen, die t\u00e4nzerische Elemente mit schwei\u00dftreibenden Aerobic-\u00dcbungen kombinieren und auf fr\u00f6hlichen Kalorienverbrauch hin optimiert sind. Diese Gruppent\u00e4nze eignen sich auch, um jede Disco zum Fitnessstudio umzuwidmen und durch Tanz k\u00f6rperlich fit zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kombination aus individueller Bewegung und inhaltlich-musischer Interpretation er\u00f6ffnete mir ein weiteres Feld der Tanz-Meditation. Nicht nur Musik, sondern auch Gef\u00fchle und Inhalte individuell in Bewegung umsetzen und dabei sich selber besser verstehen. Was in der Theologie \u00fcber Bibliolog, Bibliodrama und andere theologisch-therapeutische Formate passiert, kann auch beim Tanzen helfen, sich in Personen hineinzuversetzen und Rollen zu spielen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Um das auch t\u00e4nzerisch umzusetzen, braucht man einen gesch\u00fctzten Rahmen um die Scheu vor der Performance abzulegen. Man muss sich seiner selbst bewusst sein und gelernt haben, in sich hinein zu sp\u00fcren. Dann ist es m\u00f6glich, \u00fcber Tanz und K\u00f6rperlichkeit Geschichten tiefer zu erleben und k\u00fcnstlerisch umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hoffe, dass ich t\u00e4nzerisch noch nicht am Ende bin. Auf der einen Seite nehme ich in meiner Geschichte eine Entwicklung von festen Strukturen zu modularer Improvisation wahr, auf der anderen Seite sp\u00fcre ich eine Sehnsucht, an bisherige Formate anzukn\u00fcpfen und F\u00e4den wieder aufzunehmen. So kann die methodische Erkenntnis einer Tanz-Meditation vielleicht auch einen regelkonform getanzten Quickstep in seiner Performance bereichern, ein Discofox durch Showtanz-Elemente oder klassischer Tanzschul-Jive durch LindyHop- und Rock&#8217;n&#8217;Roll-Einlagen etwas mehr W\u00fcrze bekommen.<br>Und letztlich geht es beim Tanzen immer um eine Kommunikation im Paar. Ganz egal, wie der Tanz am Ende hei\u00dft, habe ich die Sehnsucht mit Menschen ins t\u00e4nzerische Gespr\u00e4ch zu kommen, das nicht auf vorher definierten Schritten, sondern auf ausgetanzten Emotionen basiert. Ich w\u00fcnsche mir, t\u00e4nzerisch auf dem Weg zu bleiben, neue und alte Formen zu verbinden, Freude zu erleben und weiterzugeben. <br>Ich m\u00f6chte Tanzen! Vielleicht auch mit dir?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tanzen ist Kommunikation. Ein Medium, um die Welt um mich herum in Bewegung umzusetzen. Tanzen ist eine Leidenschaft, die mich schon lange begleitet. Mit 13 Jahren habe ich angefangen in einer Marburger Tanzschule Kurse zu belegen. Walzer, Jive, Tango, Samba, &#8230; Das Welttanzprogramm eben. 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