{"id":812,"date":"2020-05-09T13:15:03","date_gmt":"2020-05-09T11:15:03","guid":{"rendered":"http:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=812"},"modified":"2021-12-17T19:32:35","modified_gmt":"2021-12-17T17:32:35","slug":"rpremote-ein-kurzes-recap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=812","title":{"rendered":"#RPremote &#8211; ein kurzes recap"},"content":{"rendered":"\n<p>re:ublica, das bedeutet drei volle Tage mit tausenden von Menschen bei hunderten von Veranstaltungen in der &#8222;Station&#8220; Berlin. Oft gemeinsames Treffen am Vorabend mit #DigitaleKirche und Freunden und das Kennenlernen zahlreicher neuer Leute. Dieses Jahr war so einiges anders. Ein R\u00fcckblick.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon allein die Anreise war viel k\u00fcrzer. Mit Hausschuhen aus der K\u00fcche zum Schreibtisch statt mehrere Stunden im Zug. Keine Hotelbuchung, aber auch kein Meetup am Vorabend und keine zuf\u00e4lligen Fr\u00fchst\u00fccksbekanntschaften. Erste Erkenntnis: Vorfreude geh\u00f6rt dazu! Vielleicht sollte ich die n\u00e4chste virtuelle Gro\u00dfveranstaltung doch schon bewusst am Vorabend beginnen?!<br>Zwischendurch sa\u00df ich mit Picknickdecke im Park, w\u00e4hrend ich auf zwei Devices die Konferenz verfolgt habe, dann wieder am gro\u00dfen Monitor am Schreibtisch. Vorteile der digitalen M\u00f6glichkeiten!<\/p>\n\n\n\n<p>Vieles war bei der #rp20 viel k\u00fcrzer. Die Einlassschlangen wurden durch eine \u00fcberlastete <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/re-publica.tv\/de\" target=\"_blank\">Website<\/a> adequat nachempfungen, aber ein Direktlink zu YouTube half, doch noch in alle (!) Veranstaltungen rein zu kommen. Ein echter Vorteil. Kurze Wege und keine verschlossenen T\u00fcren. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CoB8ZUG3O7k\" target=\"_blank\">ASAP1<\/a> war auch immer auf die Minute p\u00fcnktlich, leider die anderen &#8222;B\u00fchnen&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8vlsfIsyTzE\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ASAP2<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JkSd3FnhzhY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">re:work<\/a>) nicht so, eine geplante Veranstaltung musste ich also wegen Versp\u00e4tung skippen. Aber insgesamt war es ein voller und runder Tag. Aber eben nur einer statt drei. Das nimmt die typische Dramaturgie (1. Tag viele Sessions, 2. Tag weniger Sessions &amp; mehr Treffen, 3. Tag kaum noch Sessions &amp; Zufallsbegegnungen). Aber auch in den 12h gab es (f\u00fcr mich) alle drei Teile:<\/p>\n\n\n\n<p>Hanno hat f\u00fcr die digitale Kirchenblase einen Meetingraum bereit gestellt. Gef\u00fchlt sa\u00df ich da die meiste Zeit auf einer gem\u00fctlichen Ledercouch und hab mit Freunden geredet (auch wenn erstaunlich wenige der &#8222;\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen&#8220; dabei waren!). Zwischendurch konnte man sogar dort sitzen bleiben, w\u00e4hrend man auf einem SecondScreen ein Event besucht hat. Etwas skurril war nur, wenn mehrere Leute Kommentare zu unterschiedlichen B\u00fchnen gegeben haben oder sich tiefere Gespr\u00e4che ergaben, w\u00e4hrend man auf dem anderen Ohr einem spannenden Sprecher lauschen wollte. F\u00fcr Zufallsbegegnungen gab es vom Veranstalter den &#8222;Hof&#8220; als Zoom-Konferenz. Dort konnte man zusammenkommen und mit Leuten \u00fcber triviales reden, was oft auch pers\u00f6nlich oder relevant wurde und zumindest nah dran war am Gewusel des physischen Hof-Erlebens. Mit 100 Leuten in einem Raum nimmt man einzelne kaum wahr, aber gegen sp\u00e4ter beim Beerpong in kleiner Runde wurde es dann sogar richtig innovativ&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>An die Inhalte erinnere ich mich diesmal irgendwie weniger als sonst. Komisch, weil man ja denken k\u00f6nnte, Inhaltsvermittlung gehe online besser als Atmosph\u00e4re. Vielleicht liegt es daran, dass die Sessions auf 30min gek\u00fcrzt wurden (oft mit 30min DeepDive hinterher f\u00fcr Interessierte). Das Screen Design war eine Mischung aus 90er-Jahre Website und TV-Studio mit bunter Laufschrift und Twitter-Einblendungen. Im News-Stil wurden die Speaker angek\u00fcndigt und die \u00dcberg\u00e4nge waren rund. <br>Es ging, um m\u00f6gliche Learnings aus der Coronakrise f\u00fcr die Klimakrise und die Frage, nach effektiver Teamarbeit ohne physischen Kontakt. Um die Unterscheidung zwischen sofort-Themen und langfristiger Entwicklung, den WirVSVirus-Hackathon und die Systemrelevanz von Kultur. Res\u00fcmieren \u00fcber technische Entwicklungen des Internets, von Schule und Bildung sowie die Corona-App. Durch die K\u00fcrze hatte ich den Eindruck, dass die Redner*innen oft nur die Projektvorstellung bzw.  Einleitung in komplexe Themen geschafft haben und die Anwendung oder Vertiefung fehlte. Da w\u00fcrde ich in Zukunft Mut machen, wieder auf l\u00e4ngere Formate zu setzen, um mehr Komplexit\u00e4t zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinterher kam nicht die stundenlange Heimfahrt, was cool ist, aber auch den gedanklichen Transfer verhindert. Keine Zeit zum Runterfahren, zum Reflektieren, als \u00dcbergang in den Alltag. Am n\u00e4chsten Tag B\u00fcro als w\u00e4re nichts gewesen. Immerhin kann man die verpassten Sessions (demn\u00e4chst) in der Mediathek nachschauen, wie man das von der physischen re:publica gewohnt ist. Mein Eindruck ist, dass dieses Event (mit den genannten Einschr\u00e4nkungen) richtig gut gelungen ist, aber ich als Teilnehmer noch lernen muss, ein digitales Event noch st\u00e4rker als solches wahrzunehmen. Ich vermute, dass einige Kolleg*innen und Freunde gerade deshalb nicht dabei waren: Wenn Familie und Kinder zu Hause dr\u00e4ngeln oder Kollegen an die T\u00fcr klopfen, kann man sich nicht so leicht aus dem Flow rausziehen als wenn man wirklich in einer anderen Stadt ist. Trotz Virtualisierungstechnologie m\u00fcssen wir uns immer noch entscheiden, an welchem Ort wir gerade wie intensiv sein wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>re:ublica, das bedeutet drei volle Tage mit tausenden von Menschen bei hunderten von Veranstaltungen in der &#8222;Station&#8220; Berlin. Oft gemeinsames Treffen am Vorabend mit #DigitaleKirche und Freunden und das Kennenlernen zahlreicher neuer Leute. Dieses Jahr war so einiges anders. Ein R\u00fcckblick. 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