{"id":450,"date":"2015-04-29T12:26:51","date_gmt":"2015-04-29T10:26:51","guid":{"rendered":"http:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=450"},"modified":"2023-07-04T20:46:10","modified_gmt":"2023-07-04T18:46:10","slug":"komm-herr-segne-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=450","title":{"rendered":"Komm, Herr, segne uns!"},"content":{"rendered":"<p>Gerade war ich bei einer <a title=\"Netzwerk \u00d6ffentlichkeitsarbeit\" href=\"http:\/\/www.netzwerk-oe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzwerkveranstaltung kirchlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeiter<\/a>, bei der als Abschlusss dieses <a title=\"Komm, Herr, segne uns\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=3ok5wqIln_8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lied von Dieter Trautwein<\/a> gesungen wurde (in einer etwas peppigeren Version!).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"http:\/\/1.1.1.2\/bmi\/www.netzwerk-oe.de\/uploads\/pics\/Header-1100x199-_-Netzwerk-OE-_-Variante-1.jpg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"199\"><\/p>\n<p>Dabei kamen mir folgende Impressionen:<\/p>\n<blockquote><p>Komm, Herr, segne uns, da\u00df wir uns nicht trennen,<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir bleiben vereint, auch wenn wir auseinander gehen. Virtuelle Netzwerke sind im Herzen von Menschen schon 1978 Realit\u00e4t. Und wir haben durch Social Media nun wirklich die M\u00f6glichkeit, aktiv in Verbindung zu bleiben.<\/p>\n<blockquote><p>sondern \u00fcberall uns zu dir bekennen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nachdem gestern ein bekannter <a title=\"Bild-Outing Daniel B\u00f6cking\" href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/isis\/warum-ich-mich-als-christ-outen-moechte-40730986.bild.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Journalist es als Heldentat begreift<\/a>, scheint das Christusbekenntnis ja wirklich ein gro\u00dfer Schritt zu sein. Klar, Todesstrafe haben wir daf\u00fcr nicht zu bef\u00fcrchten, aber das Bewusstsein, sich im Alltag als Christ zu bekennen, f\u00fcr die Kirche und f\u00fcr Gottes Liebe einzustehen und bei Streitfragen Position f\u00fcr N\u00e4chstenliebe und Gerechtigkeit zu beziehen ist oft eine Herausforderung. Warum nur? Vielleicht sollten wir etwas offener und positiver dar\u00fcber reden, dass wir in direkten Draht zum m\u00e4chtigsten Wesen des Kosmos stehen?! Probleme? &#8211; mal kurz (im Gebet) beim Chef nachfragen!<\/p>\n<blockquote><p>Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das entlastet. Ich muss garnicht immer alles selber hinbekommen, sondern kann vertrauen, dass Gott bei mir ist und mir zur rechten Zeit die passenden Worte geben wird, um mich zu ihm zu bekennen. Im Internet redet man ja viel von Schwarmintelligenz und Massen, die die Welt ver\u00e4ndern. Dabei sind es schon seit 2000 Jahren die (oft im Untergrund beginnenden) Str\u00f6hme christlicher N\u00e4chstenliebe, die Strukturen umw\u00e4lzen und f\u00fcr die Schwachen eintreten. Kirche &#8211; das sind nicht die, die schrumpfen, sondern das ist die gro\u00dfe Gemeinschaft der weltweiten Christenheit, die Teil einer Revolution der Liebe ist!<\/p>\n<blockquote><p>Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, es wird auch als Christ Leid geben und es ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aber das, was kommen wird, wird am Ende gut und gesegnet sein, weil Gott dabei ist. Und deshalb d\u00fcrfen wir auch mehr sein als ein institutionelles Leidens-Ged\u00e4chtnis. Wir d\u00fcrfen lachen, feiern und tanzen. Wir d\u00fcrfen uns miteinander freuen und mit Gottes Blick auf das Leid der Welt sehen. Und wir d\u00fcrfen die, die trauern, zum Fest des Glaubens einladen, das wir t\u00e4glich feiern!<\/p>\n<blockquote><p>Keiner kann allein Segen sich bewahren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir brauchen die menschliche Gemeinschaft, auch wenn es oft anstrengend ist, man sich \u00fcber andere Christen oder &#8222;die Kirche&#8220; aufregt oder fremd sch\u00e4mt. Aber ein von Gott gesegnetes Leben k\u00f6nnen wir nur als Gemeinschaft f\u00fchren (ohne stille Einkehrtage grunds\u00e4tzlich auszuschlie\u00dfen). Daher ist es gut, auch \u00fcber den Tellerrand zu schauen. \u00d6kumene, internationale Begegnungen und Offenheit f\u00fcr andere Christen, hilft mir meine Engstirnigkeit zu erkennen und Gottes Weite zu erleben.<\/p>\n<blockquote><p>Weil du reichlich gibst, m\u00fcssen wir nicht sparen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Satz, der oft f\u00fcr Schmunzeln sorgt, wenn man vorher \u00fcber knappe Finanzbudgets geredet hat. Wie sch\u00f6n, dass wir bei der Weitergabe von Gottes Segen tats\u00e4chlich nicht sparen m\u00fcssen und dass wir dadurch mit einem offenen Herzen auf Menschen zugehen k\u00f6nnen, weil wir reichlich geben k\u00f6nnen! Diesen Gestus w\u00fcnsche ich mir viel \u00f6fter in christlichen Verlautbarungen. Und auch bei neuen Methoden und Formen sollten Christen nicht sparsam auf bekanntem beharren, sondern aus der F\u00fclle der M\u00f6glichkeiten sch\u00f6pfen.<\/p>\n<blockquote><p>Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,<\/p><\/blockquote>\n<p>bei Twitter, Facebook, Instagram und dem Gemeindekaffee k\u00f6nnen News schnell die Runde machen. Teilen ist angesagt. Auch die Bohrmaschine f\u00fcr den Nachbarn, das gemeinsame WLAN oder Car-Sharing. Was uns von Gott anvertraut ist, k\u00f6nnen wir gemeinsam zu seiner Ehre einsetzen statt egoistisch zu horten. Und auch gute Infos d\u00fcrfen wir in unserem Kommunikationsnetzwerk mit-teilen, um andere an unseren Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Das ist kirchlich noch zu oft ein ignoriertes Lernfeld, das an wenige Experten delegiert wird, statt es fundamental als geistliche Wahrheit zu begreifen.<\/p>\n<blockquote><p>schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist oft garnicht so einfach, wenn mir doch unrecht getan wude und ich gekr\u00e4nkt bin. Da muss ich meinen Stolz und Trotz zur\u00fccknehmen, auf das gr\u00f6\u00dfere Bild schauen und kann in Liebe Vergebung aussprechen. Und mitunter wird mir bewusst, dass auch ich oft Schaden anrichte und auf die Vergebung angewiesen bin. Gott sagt seine Vergebung jedem zu, der zu ihm umkehrt. Dem Beispiel d\u00fcrfen wir folgen &#8211; auch initiativ!<\/p>\n<blockquote><p>Frieden gabst du schon, Frieden mu\u00df noch werden, wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir vertrauen schon darauf, dass Gottes Reich kommt, auch wenn wir t\u00e4glich von Krieg, Gewalt, Tod und Trauer auf der Welt h\u00f6ren und sehen. Alles Leid d\u00fcrfen wir Gott klagen, der den Krieg schon gewonnen hat, w\u00e4hrend die letzten K\u00e4mpfe um uns herum noch brodeln. Und Frieden ist das Ziel, das Gott zu unserem &#8211; aller Menschen &#8211; Wohl geplant hat.<\/p>\n<blockquote><p>Hilf, da\u00df wir ihn tun, wo wir ihn ersp\u00e4hen &#8211;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir m\u00fcssen nicht tatenlos zuschauen, sondern sollen aktive Friedensstifter sein. Wenn wir Gott fragen, was er angesichts einer Situation tut, kann es sein, dass er antwortet &#8222;Ich sende dich, um zu Frieden zu stiften!&#8220;.<\/p>\n<blockquote><p>die mit Tr\u00e4nen s\u00e4en, werden in ihm ruhn.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Zusage bleibt hoffnungsvoll. Denn nicht die Tr\u00e4nen sind das Ziel. Nicht das Leid wird glorifiziert. Aber trotz der R\u00fcckschl\u00e4ge, Verletzungen und K\u00e4mpfe, werden(!) wir in Gott ruhen. Sein &#8222;Shalom&#8220; bleibt bestehen auch im hektischen Alltag der \u00d6ffentlichkeitsarbeit und der sich schnell wandelnden Internetkommunikation.<\/p>\n<p>Es bleibt der dem\u00fctige Wunsch (der nicht mit einer Forderung oder einem Befehl zu verwechseln ist) in allem frommen Aktionismus: <strong>Komm, Herr, segne uns!<\/strong><\/p>\n<p>Das w\u00fcnsche ich allen Teilnehmern der Veranstaltung, die jetzt auf dem Heimweg sind, allen, die mit uns tagt\u00e4glich aktiv kirchliche und diakonische \u00d6ffentlichkeitsarbeit gestalten und allen, die sich unter Gottes Segen stellen wollen.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade war ich bei einer Netzwerkveranstaltung kirchlicher \u00d6ffentlichkeitsarbeiter, bei der als Abschlusss dieses Lied von Dieter Trautwein gesungen wurde (in einer etwas peppigeren Version!). 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