{"id":446,"date":"2015-02-18T18:30:56","date_gmt":"2015-02-18T16:30:56","guid":{"rendered":"http:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=446"},"modified":"2023-07-04T20:51:01","modified_gmt":"2023-07-04T18:51:01","slug":"immer-noch-nun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=446","title":{"rendered":"Immer noch &#8222;Nun&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Das arabische Schriftzeichen Nun ging um die Welt. Auf Facebook und Twitter, auf Postkarten und T-Shirts, bei Gebets-Flashmobs und in Diskussionen haben sich seit Sommer 2014 tausende Menschen hinter die Opfer von religi\u00f6s motiviertem Terror gestellt und f\u00fcr Glaubensfreiheit protestiert. Auch ich habe damals mein Facebook Profilbild angepasst und den folgenden Text \u00fcbernommen:<\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright\" src=\"https:\/\/scontent-fra.xx.fbcdn.net\/hphotos-xfp1\/v\/t1.0-9\/10556283_10202847367959844_1856014500354830439_n.jpg?oh=4bc02172fc78753835bd1b217f731b9d&amp;oe=5595DE7B\" alt=\"\" width=\"166\" height=\"166\">Arabisch &#8222;N&#8220; f\u00fcr Nazarene, also &#8222;Nazarener\/Christ&#8220; ist das Zeichen, mit dem militante ISIS Anh\u00e4nger die H\u00e4user von Christen in Mossul markiert haben. Inzwischen mussten alle Christen Mossul verlassen.<br \/>\nMein ver\u00e4ndertes Profilbild soll zeigen: ich bin auch einer von denen, die mit diesem Jesus unterwegs sind und ich leide mit meinen Schwestern und Br\u00fcdern, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden &#8211; im Irak, in Syrien, in Nigeria und an so vielen anderen Orten.<br \/>\nUnd ich w\u00fcnsche mir, dass sich Menschen muslimischen Glaubens von diesem barbarischen und unmenschlichen Verhalten distanzieren und es vorbehaltlos verurteilen &#8211; gerade diejenigen, die politische oder religi\u00f6se Verantwortung tragen.<br \/>\nZugleich steht aber dieses &#8222;N&#8220; auch daf\u00fcr, dass NIEMAND um seines Glaubens willen verfolgt, mi\u00dfhandelt, seiner Menschenrechte beraubt oder get\u00f6tet werden soll.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seit Sommer ist einige Zeit vergangen, das ganz gro\u00dfe Medienecho ist verschwunden und auch die Profilbilder sind weitestgehend wieder echten K\u00f6pfen gewichen. Ich habe schon mehrfach nachgedacht, mein Gesicht wieder zu zeigen, weil das ja eigentlich der Sinn des Profilbildes ist und ich m\u00f6chte, dass Leser meine Kommentare zuordnen k\u00f6nnen. Aber da die Situation gegen die ich protestiere in <a title=\"Freitags f\u00fcr die Freiheit\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/freitagsfuerdiefreiheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">keinster Weise besser geworden ist<\/a>, habe ich mich jedes Mal dagegen entschieden.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen kam mir jetzt allerdings der Gedanke, dass ich mich wunderbar hinter dem einmal gesetzten Profilbild verstecke und bei weiteren Schreckensmeldungen eher abschalte. Immer noch werden Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt. Und als Abschluss meiner Nun-Foto-Zeit m\u00f6chte ich deren Schicksal bewusst nochmal thematisieren. Ich lese von grausamen Massakern, Folter und Exekutionen aus Syrien, dem Lybanon, \u00c4gypten, Sudan, Indien, Irak oder auch in anderer Form aus Frankreich, England, den USA und Deutschland. Egal ob es dabei um Alltags-Antisemitismus, um gefolterte Moslems in amerikanischen Gef\u00e4ngnissen, Selbstjustiz durch militante Abtreibungsgegnern oder Peitschenhiebe f\u00fcr das Aussprechen einer unbequemen Wahrheit geht. Ich fordere Glaubensfreiheit f\u00fcr Menschen aller Kulturen und \u00dcberzeugungen. Der Mainstream des Christentums hat in einem langen und blutigen Prozess gelernt, Liebe statt Hass zu verk\u00fcnden, gro\u00dfe Str\u00f6mungen im Islam sind da scheinbar noch auf dem Weg (ich beziehe mit mit diesen Pauschalisierung nicht auf einzelne Gl\u00e4ubige, sondern auf das mir durch die Medien offenbarte Bild der Mehrheitsstr\u00f6hmungen). Auch Anh\u00e4nger des Buddhismus, Hinduismus und Atheismus sind durchaus zu menschenverachtenden und gewaltt\u00e4tigen Repressionen in der Lage. Und f\u00fcr ein globales Miteinander ist es n\u00f6tig, dass Extremisten auf allen Seiten lernen, einander stehen zu lassen.<\/p>\n<p>Um auf die Situation verfolgter Christen hinzuweisen, informiert OpenDoors j\u00e4hrlich im <a title=\"Weltverfolgungsindex\" href=\"https:\/\/www.opendoors.de\/verfolgung\/weltverfolgungsindex2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltverfolgungsindex<\/a> \u00fcber Verfolgungssituationen.<\/p>\n<p>Wenn ich nun also nicht mehr mit meinem ge\u00e4nderten Profilbild demonstriere trete ich immer noch f\u00fcr weltweite Glaubensfreiheit und Liebe statt Hass ein und gegen ein Vergessen oder Verharmlosen der bestialischen Grausamkeit, die auch heutzutage f\u00fcr viele Menschen bittere Realit\u00e4t ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das arabische Schriftzeichen Nun ging um die Welt. 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