{"id":296,"date":"2014-10-09T14:44:21","date_gmt":"2014-10-09T12:44:21","guid":{"rendered":"http:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=296"},"modified":"2021-12-17T19:49:24","modified_gmt":"2021-12-17T17:49:24","slug":"komparserie-und-psalm-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/medientheologe.de\/cms\/?p=296","title":{"rendered":"Komparserie und Psalm 23"},"content":{"rendered":"<p>Ein Erfahrungsbericht und eine Psalmmeditation in einem. Ein Experiment:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Gerade ist Marbrug Kulisse f\u00fcr einen Filmdreh. <a href=\"http:\/\/www.w-b-television.de\/projekte\/projekt-detail\/projekt\/besser-spaet-als-nie-at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Besser sp\u00e4t als nie&#8220;<\/a> lautet der Arbeitstitel und der Inhalt ist schnell erz\u00e4hlt. Eine Frau anfang 40 aus Berlin besucht ihre Tochter in der Unistadt Marburg und nimmt kurzerhand selber das damals abgebrochene Studium wieder auf. Das gibt nat\u00fcrlich Probleme mit ihrem Mann in Berlin und interessante Begegnungen mit Marburger Studenten, Dozenten und anderen Mitmenschen.<\/p>\n<blockquote>\n<div id=\"b1ref19023002\" class=\"v19023002 verse\">&#8222;Er weidet mich auf einer gr\u00fcnen Aue und f\u00fchret mich zum frischen Wasser.&#8220;<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>Der Gro\u00dfteil des Films sind in der Metropole Berlin entstanden. Diese und n\u00e4chste Woche wird aber im Au\u00dfendreh die romantische Kulisse der Kleinstadt Marburg eingafangen. Denn ein paar Bilder der typischen Wahrzeichen und jeder, der schonmal hier war f\u00fchlt sich heimisch im Film.<\/p>\n<blockquote>\n<div id=\"b1ref19023003\" class=\"v19023003 verse\">&#8222;Er erquicket meine Seele. Er f\u00fchret mich auf rechter Stra\u00dfe um seines Namens willen.&#8220;<\/div>\n<\/blockquote>\n<p id=\"b1ref19023004\" class=\"v19023004 verse\">Ich durfte heute etwas tiefer in die Organisation und Abl\u00e4ufe der Komparserie reinschnuppern und bin beeindruckt mit wie viel Liebe zum Detail dort eigentlich unwichtig scheinende Kleinigkeiten umgesetzt werden. Nicht nur, dass f\u00fcr eine kurze Szene in der Mensa 100 Komparsen (also Kleinstdarsteller, die zwar keinen Text haben aber einfache Handlungen vollziehen k\u00f6nnen) f\u00fcr einen halben Tag angeheuert werden, auch Tabletts mit passend vorbereitetem Essen wurden vorbereitet: Wer in der Szene gerade aufsteht, bekommt nur Reste auf dem Teller, wer noch etwas sitzt einen halbvollen und wer in der Szene gerade zum Tisch kommt\u00a0 einen ganz vollen. Jeweils farblich und inhaltlich variiert und liebevoll angerichtet von der Requisite. Und am Anfang war das Essen sogar noch warm.<\/p>\n<blockquote>\n<div id=\"b1ref19023004\" class=\"v19023004 verse\">&#8222;Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich.&#8220;<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>Nachdem ein Schnitzel 2h lang mit gef\u00fchlten 20 Proben und Aufnahmen in mehreren Perspektiven von der Kasse zum Tisch getragen wurde, um im Hintergrund der Hauptdarstellerin ein &#8222;echtes Mensaflair&#8220; zu arrangieren, war es nat\u00fcrlich kalt, als es dann als ebenso sorgf\u00e4ltig gesetzte Hintergundhandlung verzehrt werden durfte. Nat\u00fcrlich auch nur in kleinen Happen, weil auch diese Szene ja 5-10x gedreht werden muss. Getr\u00e4nke wurden zwischendurch aufgef\u00fclt, um ein gleichm\u00e4\u00dfiges Bild der Szene zu zeigen, Speisen zumindest bei den Hauptdarstellern auch. Alle anderen drehen die Frikadelle so, dass sie von vorne noch ganz und frisch ausschaut.<\/p>\n<blockquote>\n<div id=\"b1ref19023005\" class=\"v19023005 verse\">&#8222;Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit \u00d6l und schenkest mir voll ein.&#8220;<\/div>\n<\/blockquote>\n<p>Die Regieassistenz dirigiert 100 Amateure und sorgt daf\u00fcr, dass jeder zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. So k\u00f6nnen Kameramann und Regiesseur passende Bilder schie\u00dfen und es schaut aus, als w\u00e4re es ein belebter Mittag zu Semesterstart. Dass es ein fr\u00fcher Morgen in den Semesterferien war, wird man dem Film nicht ansehen. Dass f\u00fcr eine bessere Perspektive auf das Schloss zwischen zwei Szenen die Tische 90\u00b0 gedreht wurden auch nicht. Das sind die kleinen Tricks, die bei fiktionalen Produktionen gang und gebe sind. Das Ziel ist, ein Film der im Zuschauer eine Wirkung ausl\u00f6st und eine Geschichte erz\u00e4hlt, die an ein gutes Ende kommen soll. Dabei sind Details der Produktion unrelevant, solange am Ende ein authentisches Bild entsteht.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich glaube, Gottes handeln an der Welt, kann man mit einem Filmset vergleichen. Er ist der Regisseur, der einen Plan hat, aber er l\u00e4sst den Darstellern einen gewissen Freiraum, innerhalb des Plans zu agieren. Und drumherum sind ganz viele Menschen, die bewusst oder unbewusst nach seiner Leitung rumwuseln und so daf\u00fcr sorgen, dass am Ende ein gutes Bild entsteht. Mit dem Unterschied, dass wir gleichzeitig Hauptdarsteller unseres Films und Nebendarsteller, Komparse oder Statist im Leben von zahlreichen anderen Menschen sind. Wie viel Freiheit man dabei hat und wie stark das Drehbuch bereits vorher feststeht, dar\u00fcber streiten sich Theologen seit Jahrhunderten. Ich glaube, bei Gott muss sich das garnicht widersprechen. Psalm 23 spricht davon, dass Gott uns f\u00fchrt, leitet, gute Pl\u00e4ne f\u00fcr uns hat und uns Gutes und Schwieriges erleben l\u00e4sst. Und am Ende entscheidet der Psalmist doch selber, wo er bleiben will.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;&#8230;und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns entscheiden, ohne dabei Gottes gro\u00dfen Plan zu durchkreuzen. Beim Film ist viel vorgeplant. Aber wie die Komparsen aussehen, sich geben und welchen Flair sie dem Film geben, sieht das Team doch erst vor Ort. Da kann dann die Kost\u00fcmabteilung aus den mitgebrachten Klamotten ausw\u00e4hlen oder Kost\u00fcme f\u00fcr den Dreh aush\u00e4ndigen. Auch der Typ der Darsteller ist nat\u00fcrlich vorher geplant. Wenn 30 Studierende und 5 \u00e4ltere Semester f\u00fcr eine Bibliotheksszene gebraucht werden, fragt man solche Kriterien ab. Aber das Wesen selbst eines Komparsen gibt dem Film immer auch etwas pers\u00f6nliches mit.<\/p>\n<p>Ich bin gepannt, den Film 2015 im Fernsehen zu sehen. Und ich bin gespannt, am Ende des Lebens bei Gott zu sehen, welcher Lebensfilm aus meinen t\u00e4glichen Entscheidungen entstanden ist. Egal, wie viel ich tats\u00e4chlich selber beigetragen habe und wo er bereits vorher wusste, was ich aus der gegebenen Szene machen w\u00fcrde. Denn ER ist mein gute Hirte und Regisseur meines Lebens \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Erfahrungsbericht und eine Psalmmeditation in einem. Ein Experiment: &#8222;Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.&#8220; Gerade ist Marbrug Kulisse f\u00fcr einen Filmdreh. &#8222;Besser sp\u00e4t als nie&#8220; lautet der Arbeitstitel und der Inhalt ist schnell erz\u00e4hlt. 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