Archiv der Kategorie: Kreatives

Am Tisch des Herrn

Gestern war ich Diener am Tisch des Herrn. Das war schön. Gleich zweimal. Das war umso besser.

Erst haben wir Gottesdienst gefeiert und ich war beim Abendmahl für den „Thekendienst“ zuständig. Also das Auffüllen der Kelche zwischen den Kreisen. Als Erklärung: Wir feiern im Christus-Treff donnerstags einmal im Monat das Abendmahl in Kreisform. Je 30-50 Leuten gruppieren sich im Altarraum, bekommen Brot und Saft und einen Segensspruch. Das ganze 3-4 mal, bis jeder dran war. Zwischendurch werden die Becher aufgefüllt und alles ordentlich gehalten. Ein kleiner Dienst im Hintergrund, den ich gerne verrichte.
Nach dem Gottesdienst hatten wir weiter Gemeinschaft bei Getränken und Snacks im gemeindeeigenen Begegnungszentrum Con:Text. Auch da war ich für Essen und Trinken verantwortlich. Zwar eher organisatorisch und weniger ausführend, aber so ergaben sich einige gute Gespräche mit den Leuten vor Ort.

Beides ganz unterschiedliche Formen von Gemeinschaft und beides wichtig.
Geistliche Gemeinschaft entsteht im eher frontalen großen Gottesdienst und im kleineren Abendmahlskreis, wo wir Gottes Liebe spürbar in uns aufnehmen. Und genauso auch in kleinen Gesprächen und Begegnungen bei Nachos und Bier. Denn jeder Ort kann zu Gottes Haus werden, wenn wir ihn feiern und ihn einbeziehen.

Beim Aufräumen hinterher musste ich an Psalm 84 denken, der genau davon spricht: Besser eine kleine Erfahrung in Gottes Nähe als viele große Events ohne ihn. Schön, wenn man das so plastisch erleben kann 🙂

Psalm 84, 2-3+11-13:
Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. […] Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in der Gottlosen Hütten. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

Advent, Advent, eine Lichterkette blinkt…

adventskranzGestern war erster Advent. Eine Kerze am Adventskranz leuchtet. Nur eine – auch wenn schon vier da stehen. Dadurch ist es noch recht düster im Raum, aber das macht die besondere Stimmung ja gerade aus. Nächste Woche wird es dann etwas heller, danach noch heller und Weihnachten wird es richtig hell. So ist das gedacht. Eigentlich eine sehr starke mediale Aussage. Wir üben uns im Verzicht. Die Kerzen sind von vorne herein da, aber der Lichtschein steigert sich erst allmählich.

Übrigens ist der erste Advent auch gleichzeitig der Beginn eines neuen Jahres. Der finale Countdown des Kalenderjahres wird zwar bei den meisten erst Silvester angezählt, aber inhaltlich macht das Kirchenjahr viel mehr Sinn:
Wir fangen im dunklen November an und erleben, wie es im Advent hell wird, feiern Jesu Geburt, sein Wirken, seinen Tod und Auferstehung. Dann Himmelfahrt und Pfingsten die Ausgießung des Heiligen Geistes und damit die Geburtsstunde der Kirche. Im Sommer und Herbst schließlich das weltweite Wirken Gottes durch „seine Menschen“ bis hin zum Toten- oder Ewigkeitssonntag. Am Ende wird es wieder dunkler, wir denken auch an das Leid, den Tod und das, was noch zu tun ist, damit Gottes Licht alle Menschen erreicht. Und wenn die Dunkelheit uns zu umschlingen droht, fangen wir wieder mit der Hoffnung des Advents an und es wird hell. Stück für Stück.

Ich darf mich nicht über den überschwenglichen Lichterglanz vieler Städte, Menschen und Weihnachtsmärkte beklagen, die nicht mehr warten können und sofort Instant-Freude per Blink-LED-Lichterkette produzieren wollen.  Ich war ja auch mit einer Hot-Cocktail-Aktion beteiligt an so einer Aktion und hab mich gefreut, dass viele Leute uns letztes Wochenende besucht haben. Solche Events sind etwas Schönes und können Menschen guttun. Aber jetzt versuche ich, wieder auf langsam zu schalten und vom kleinen zum großen Hoffnungsschimmer gemächlich voranzuschreiten. „Alles hat seine Zeit“ – auch die kleinen Lichter.

Frohe Adventszeit!

Meine Zeit steht in deinen Händen…

Wie sieht deine Zeiteinteilung aus?

zeitplanArbeit, Essen, Schlafen. Zwischendurch Zeit für Familie, Freunde, Hobby oder Gott? Oder doch lieber Zeitung lesen, Fernsehen, DVDs, Haushalt, Romane, Puzzle, Brett- oder Rollenspiele, Sport und Kreativität? Jeder Mensch hat 24h Zeit und kann sie nach gutdünken aufteilen. Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Wenn man sich dann auch noch mit digitalen Medien befassen soll und Facebook, Twitter, YouTube und Co. ihren zeitlichen Anteil im Tagesplan haben wollen ist oft die zeitliche Überforderung ein Argument gegen Social Media.

termineAls „guter Christ“ setzt man die Zeit oft priorisiert für geistliche Dinge ein: Gottesdienst, Hauskreis, Gebetstreff, Bibelstudiengruppe, Mitarbeit in diakonischen oder evangelistischen Projekten, um anderen Menschen zu helfen. Das können schonmal 10-20h pro Woche sein. Dadurch müssen andere Bedürfnisse kürzer treten. Die Bibel selber sagt dabei weder etwas gegen mediale Kontemplation noch gegen gemeinschaftliche Fröhlichkeit. Im Gegenteil ein wilder Lebensstil außerhalb der gutbürgerlichen Norm scheint Gott zu gefallen (z.B. Simson, Elia, Johannes der Täufer). Unsere biblischen Vorbilder sind in ihrem Lebensstil sehr viel individueller als der kirchliche Normalfall oft suggeriert.

Von Jesus lesen wir, dass er bewusst Kontakt zu Menschen mit zweifelhaftem Lebenswandel gesucht hat und sich auf ihre Partys einladen liess. Seine Nachfolger heute tun das eher selten. Um für solch experimentelle Begegnungen tatsächlich Zeit zu haben, wäre eine Beschränkung der kircheninternen Beschäftigungstherapie oft der erste Schritt. Dabei möchte ich weder Kirchenchor  noch Gemeindefußballgruppe schlecht machen, aber den Blick öffnen,  Normalität größer zu denken. Durch gute geistliche Gemeinschaft kann man im Glauben stetig wachsen. Aber nur, wer auch außerhalb der Gemeindegrenzen lebt und Menschen dort auf Augenhöhe begegnet, kann neue Sichtweisen zu alten Fragen finden und authentisch von Gottes Gnade weitersagen. Nicht als „missionarischer Plan“, sondern als gemeinschaftliches Leben und ehrlicher Austausch mit gleichwertigen Menschen. Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über (Mt 12), wenn man ihn lässt und den Tag nicht mit „wichtigen Terminen“ vollpflastert. Dieser Lebensstil gibt die Freiheit, das Leben zu genießen. Und Genuss ist eine geistliche Grundlage (wie hier dargelegt).

Das Grundproblem bleibt bestehen. Unser Tag hat immer noch nur 24 Stunden und es gibt immer noch viel mehr, was man tun könnte. Aber wer sich auf physischer Ebene für die Welt öffnet und lebt, kann sich auch in virtuellen Realitäten auf ganz unterschiedliche Menschen einlassen. Das Zeitbudget für digitale Social-Media-Kommunikation gibt es leider nicht zusätzlich. Aber wer im analogen Leben mit sozial-medialer-Lebensweise vertraut ist, kann die digitalen Kanäle als verlängerten Arm des normalen sozialen Lebens sehen. Dann spielt man nicht die „alten Werte“ gegen die „neuen Medien“ aus, sondern erkennt, dass auch traditionelle Begegnungen schon mediale Kanäle waren und auch neue Formen auf einem vorweggenommenen Wertekanon aufbauen. Und man erkennt, dass wir unsere Lebenszeit letztlich wirklich nicht selber in der Hand haben, sondern Aktion und Kontemplation, Termine und Genuss auch im digitalen Zeitalter als Geschenk aus Gottes Hand empfangen.

Nur wer genießt, kann vergeben

Heute Nacht kam mir der Gedanke:

„Nur wer genießt, kann vergeben.“

Der Satz klingt erstmal komisch, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto wahrer finde ich ihn.

Dazu erstmal die Grundlage:

Genuß bedeutet nicht maßloses Partygelage, Völlerei oder Feiern auf Kosten anderer. Genuss bedeutet, sich an dem zu freuen, was man Gutes hat. Das kann Gottes Schöpfung sein, eine neue Jeans, ein gutes Essen oder ein Filmabend mit Freunden. Wer dabei entspannen und sich freuen kann, der genießt.

Warum manche Menschen nicht genießen:

  1. höherEs gibt Leute, die immer mehr wollen. Wer durch eigene Leistung ein Geschäft gut abgeschlossen hat, arbeitet sofort daran, das nächste noch besser abzuschliessen. Wer immer höher hinaus will, kann nie die Aussicht geniessen. Wer sich zu sehr ausstreckt, lebt am Sinn des Lebens vorbei.
  2. entspannungAndere Menschen können nicht genießen, weil etwas noch nicht perfekt ist. Die Hose zwickt, der Pulli ist zu warm oder zu kalt, das Licht zu hell oder zu dunkel und irgendetwas kann man immer noch optimieren. Das ist eigentlich nur eine Spielart von 1. – etwas kleiner gedacht. Ich optimiere mich zu tode und komme nicht oder nur selten ans Ziel.
  3. gerechtigkeitWer sich weltweites Unrecht anschaut, kann oft auch nicht wirklich genießen. Denn andere Leute arbeiten unter unwürdigen Bedingungen, damit ich meinen Lebensstandard halten kann. Natürlich ist es gut, sich darüber Gedanken zu machen und schlechte Abhängigkeiten fairer zu gestalten. Aber wenn ich als „Ausbeuter“ schon das Leben nicht genießen kann, ist das keine gute Grundlage, um mein Leben als Ziel für die Ausgebeuteten anzusetzen.
  4. Schließlich gibt es dauerhafte „Opfer“, denen so viel Leid widerfährt, dass sie nichts genießen können. Das will ich nicht per se werten. Viele Menschen leiden tatsächlich stark. Manche fokussieren aber auch immer das, was nicht optimal läuft und nehmen so ihr Leid viel stärker wahr. Wer nur über das redet, was schief läuft, wird immer etwas zu meckern finden. Gerade die Opfer der unter 3. genanten Abhängigkeit hätten da viel Grund zu klagen. Erstaunlicherweise sind Menschen in armen Ländern oft zufriedener und glücklicher als wir mit unseren Luxusproblemen.

Gott meint es gut mit uns

Sicher, ich bin Optimist und ich bin Christ. Ich lege den Fokus gerne auf das positive, sehe Möglichkeiten statt Schwierigkeiten und glaube an das Gute in der Welt. Ich bin überzeugt, dass Gott es gut mit uns meint und wir deshalb das Leben genießen dürfen.
Und eschatologisch argumentiert: Wenn Christus am Kreuz alles getan hat und der Mensch aus freier Gnade gerettet ist, dann gibt es ohnehin nichts, was ich dazu beitragen kann. Mein Job ist es also, dieses Geschenk anzunehmen und mich darüber zu freuen. Aus Dankbarkeit kann ich dann darauf reagieren, davon weitersagen und Menschen helfen, diese positive Erfahrung auch zu machen, aber das ist keine Voraussetzung für meine Freude, sondern eine Folge davon. Also kann ich auch das große Geschenk erstmal genießen und dadurch einen Lebensstil führen, der nachahmenswert ist. Keine Verbissenheit, noch mehr zu tun, keine Ausbeutung, kein Übermaß und keine Selbstkasteiung. Sondern eine positive Offenheit für die Möglichkeiten und ein dankbarer Umgang mit dem, was mir geschenkt ist.

Verstandene Vergebung kann man nur genießen!

Wenn ich diese Vergebung und das Anrecht, Kind Gottes zu sein, verstanden habe, kann ich entspannt mit der Welt und ihren Sorgen umgehen. Wenn meine Fehler vergeben sind, kann ich auch die Fehler von anderen Menschen vergeben. Und meine Vergebung an andere wird dann keine zähneknirschende Zwangstat sein, weil man das als Christ eben so tut, sondern eine Liebestat aus freiem, reinen, glücklichen Herzen.

Gerne denke ich mit dir weiter nach, ob es auch echte Vergebung ohne Genuss gibt und ob das dann gut oder schlecht ist. Aber wenn man tatsächlich verstanden hat, was Vergebung bedeutet, glaube ich, dass der Genuss der daraus folgenden Freiheit die automatische Folge davon ist. Und damit ist Genuss das Bindeglied zwischen dem Empfangen von Vergebung und der Weitergabe von Vergebung. Und weil mir das so wichtig ist, bleibe ich bei der Formulierung:

„Nur wer genießt, kann vergeben.“

Was hat Tanzen mit Theologie zu tun?

Was hat Tanzen mit Theologie zu tun? Viel!

Im europäischen Gesellschaftstanz schweben Mann und Frau gemeinsam übers Parkett. Die Führende Person (meist Herr) animiert die Geführte (meist Dame) durch gekonnte Impulse zu atemberaubenden Drehungen. Im Rock’n’Roll katapultieren sich die Partner sogar gegen die Erdanziehungskraft in luftigen Höhen.  Und selbst beim Freien und flexiblen Disco-Tanz gibt meist eine Person Bewegungen vor, auf die andere reagieren und sich gegenseitig abstimmen. Führen und geführt werden ist ein elementarer Bestandteil des Tanzens (komplett egozentrisch freier Tanz mal ausgenommen).

führenWenn ich (z.B. bei einer Tanz-Freizeit) über Führung nachdenke, merke ich, dass ich mein Gottesbild sehr gut in diesem Miteinander von Mann und Frau wiederfinde. Der Mann hat eine Raumorientierung, hört den Rhythmus und leitet seine Tanzpartnerin zu Bewegungen an, die zum vorhandenen Raum, der Musik und der Gesamtsituation passen. Die Frau ist also in dem Bild der Mensch. Sie wird nicht versklavt, nicht darauf festgelegt bestimmte Bewegung zu machen, aber wird durch sensible Impulse, Vorgaben und eine – mal stärkere mal schwächere – Leitung in Bahnen gelenkt, die für sie und die Gemeinschaft am Besten sind. Innerhalb dieses Rahmens kann sie sich frei entfalten, kann einen eigenen Stil entwickeln und den Tanz durch ihren Charakter individuell prägen. Aber sie tut gut daran, sich auf die Führung einzulassen und dem Führenden zu vertrauen.
Wenn man den Mann beim Tanzen mit Gott vergleicht, wird klar, dass Gott nicht im luftleeren Raum nach Gutdünken handelt, sondern dass auch er in einen Kontext eingebunden ist. Er überblickt, wo Platz ist, welche Bewegugnen auf die Musik passen und was er jetzt einleiten kann, um gleich eine passende Bewegung zu machen. Dabei kennt er Vorlieben und Möglichkeiten der Tanzpartnerin und versucht, sie gut dastehen zu lassen. Denn ein Tanzpartner, der sich nur selber verwirklicht und seine Partnerin blamiert, ist kein guter Tänzer. Wer aber (als Frau) spektakuläre Figuren tanzen möchte, wird schnell merken, dass man sich dafür einem Menschen anvertrauen muss. Nur so kann man schön Drehen oder sogar akrobatisch durch die Luft fliegen. Ohne Vertrauen in den Partner geht das nicht. Ebenso erlebt man auch im Glauben die besonderen Dinge nur, wenn man sich Gott anvertraut und ihn führen lässt.

beziehungTanzen ist ein Sinnbild für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Dass Tanzen dazu auch noch therapeutischen (Körpererfahrung, Gemeinschaft & Abgrenzung) und gesundheitlichen Wert (Muskelaufbau, Gelenkigkeit, Koordination, Gehirntraining) hat, macht es umso wertvoller. Gerade im Alter wird es ärztlich empfohlen und wer frühzeitig grundlegende Schritte und Bewegungen lernt, kann später darauf zurückgreifen.

kommunikationNicht umsonst ist der Tanz eine sehr frühe Form menschlicher Kommunikation. Biblische Belege zeigen, dass er als Ausdruck von Freude und Dankbarkeit im Volk Israel fest verankert war und auch in Jesu Gleichnissen wird gefeiert und getanzt, wenn man sich freut (z.B. Ex 15,20, 2.Sam 6,16, Lk 15,25). Eine positive Theologie wird den Lebensgenuss immer über die Abstinenz stellen. Natürlich ist ein zeitweiser Verzicht als bewusste Körperübung oder Fokussierung nicht verkehrt, aber als ganzheitlich gesundes Konzept gehören Freude und körperlicher Ausdruck zusammen. Denn wenn wir Emotionen in Bewegung umsetzen, können wir uns tiefer und ehrlicher ausdrücken als bei rein innerlicher Freude.

Meine Erfahrungen in den letzten 22 Jahren sind, dass Menschen durch den Tanz positiv geprägt werden, Traumata überwinden können, sich körperlich positiv entwickeln, ein sicheres Auftreten und positives Selbstwertgefühl entwickeln und insgesamt eine ausgeglichenere Persönlichkeit werden. Nicht  jedem liegt dabei das gleiche und es gibt durchaus auch Menschen, die zumindest dem standardisierten Paartanz den Rücken kehren, weil er ihnen mehr Probleme bereitet als er löst. Das ist OK. Für viele andere werden Beziehungen tiefer und harmonischer, berufliche Stresssituationen leichter zu ertragen und die Gottesbeziehung entspannter, weil man auch zu Fehlern und Unperfektheit stehen kann.

tanz-freizeitTheologisch gesehen ist Tanzen also sinnvoll und wertvoll für den einzelnen und die Gemeinschaft. Ob und welche Form für jemanden individuell passend ist, kann sich unterscheiden. Wer möchte, dem zeige ich erste Grundschritte in angenehmer Atmosphäre, um mal ganz stressfrei reinzuschnuppern:
Im Mai 2015 in Rotenburg (Fulda), im Oktober in Altenkirchen (Westerwald), im Februar und November im KnüllHouse (Neukirchen). Außerdem regelmäßig im Marburger Unisport und bei Lehrgängen in Rostock und Marburg. Mehr Infos: www.tanz-freizeit.de

Fairphone

„Ich hab ein neues Handy“

ist immer mal wieder zu hören. Der Akku war kaputt, das Display zerkratzt, der Prozessor zu langsam oder es hatte einfach nicht alle Funktionen, die ein Telefon heutzutage haben muss. Also wird das alte ausgesondert und ein neues muss her.
Reparieren lohnt meist nicht, Teile austauschen ist teurer und meist auch vom Hersteller nicht gewollt.

„Ich hab ein neues Fairphone.“

fairphoneEin aktuelles Smartphone (obere Mittelklasse würde ich sagen), das konzeptionell auf Fairness ausgelegt ist. Die Materialien und Arbeiter werden zu fairen Bedingungen eingekauft. Die Produktionskette ist weitestgehend transparent. Und wenn mal was defekt ist, kann der Nutzer nahezu alles selber austauschen und bekommt Ersatzteile dazu zum Selbstkostenpreis. Das Fairphone soll also repariert werden statt es wegzuwerfen.

So hab ich ein gutem Gewissen und ein gutes Smartphone. Das eigene FairphoneOS basiert auf Android 4.2, ist aber von Anfang an gerootet, lässt mich also alle Apps installieren. Ob ich z.B. die typischen GoogleApps (Mail, Maps, Drive, …) nutzen will oder lieber freie OpenSource-Software installiere kann ich selber entscheiden. So ist jedes Fairphone nach kurzer Zeit individuell.

„Ich lebe (weitestgehend) googlefrei!“

Ich habe mich entschieden, soweit es geht auf Google-Dienste zu verzichten und bin damit bisher recht zufrieden. Ein Freund sagte zwar mal „Google hat eh irgendwoher meine Daten, dann kann ich auch deren Dienste nutzen“, aber ich möchte zumindest nicht aktiv dazu beitragen, einem weltweit tätigen Monopolisten mit undurchsichtigen Strukturen und unglaublicher Marktmacht noch mächtiger zu machen. Klar suche ich auch ab und zu mit Google oder plane mal eine Reise mit maps. Aber einer App erlauben, mein Adressbuch und meine Nachrichten zu lesen und mit ihrem Server abzugleichen finde ich aus Datenschutzgründen schwierig. Das wäre bei Microsoft und Apple nicht anders. Freien Initiativen mit offenem Quellcode vertraue ich tendentiell mehr. Aber auch da denke ich weiterhin aktiv nach, was ich einer App erlaube und was nicht.

„Ich installiere bewusst!“

Meine erste App war daher auch „xprivacy“ eine Art Firewall, die jeden unnötigen Systemzugriff einer App sperren kann. Und es ist erschreckend, wie viele Apps Sachen machen wollen, die sie überhaupt nicht brauchen. Klar, wer kostenlose Software zur Verfügung stellt, muss irgendwie Geld verdienen, aber dann soll man das auch transparent sagen… Und ein heruntergeladenes Spiel muss normalerweise weder Kontakte noch Telefonfunktionen nutzen oder auf das Internet zugreifen. Ich setze im Zweifel lieber enge Richtlinien und lockere sie nachträglich, wenn etwas nicht funktioniert. Mit dieser Gatekeeper-Strategie fühle ich mich zumindest einigermaßen als Hausherr auf meinem Telefon.

„Was dich auch interessieren könnte…“

Ich will hier nicht jede App auflisten, aber ein paar Tips, was für andere interessant sein könnte:

  • F-Droid ist ein App-Store für „freie OpenSource Software“ (FOSS). Ähnlich wie beim Google Play Store kann man hier Apps suchen und installieren. Für die meisten Sachen, die ich suche, gibt es freie Software, die ich dann auch gerne installiere.
    Google-Play hab ich bewusst nicht installiert. Falls ich doch mal eine App aus dem PlayStore brauche, nutze ich den apk-Downloader (nicht von den Werbeeinblendungen verwirren lassen), um am PC die Installationsdateien runterzuladen.
  • Firefox ist der freie OpenSource-Browser, den ich auch am PC nutze und bei dem ich mit sync Lesezeichen u.ä. synchron halten kann.
  • K-9-Mail ist ein (sicheres) Email-Programm, mit dem ich meine imap-Mails auch auf dem Handy bearbeiten kann.
  • aCalendar ist eine schönere Kalender-Ansicht, leider kein eigenständiger Kalender, aber dennoch eine lohnenswerte Installation. Synchronisierbar mit meinem PC via owncloud (oder MyPhone Explorer)
  • owncloud ein dropbox-artiger Fileserver, der lokale Daten von meiner Festplatte sowie Adressen und Termine (aus Thunderbird via CalDAV-Sync und CardDAV-Snc) synchronisiert. So hab ich alle Daten dabei und online gespiegelt.
  • Kingsoft WPS Office kann doc/ppt/pdf/xls und anderes lesen und bearbeiten. Schönes kostenloses Paket.
  • SwiftKey ist eine Tastatur mit Gestensteuerung. Klar, keine FOSS, aber deutlich komfortabler als die Standardeingabe von Android. Schön finde ich, dass die Tastatur schnell lernt und kleine Ungenauigkeiten erkennt und korrigiert. Die Online-Cloud hab ich allerdings deaktiviert und erlaube der App nicht zu viel, da ein Keyboard sicherheitstechnisch  die Schwachstelle jedes Systems ist.
  • Twidere ist ein freies Twitter Tool mit dem ich auf die Schnelle Tweets lesen und posten kann (z.B. das was du rechts in der Seitenleiste siehst).
  • Threema ist ein sicherer Messenger ähnlich wie WhattsApp. Die Server stehen in der Schweiz und für knapp 2 EUR kauft man europäisches Datenschutzrecht und End-zu-End-Verschlüsselung. Den Lizenzcode kaufe ich via Website, weil ich ja den PlayStore meiden will.
  • Für andere News, Blogs und Podcasts nutze ich den Simple RSS Feedreader.
  • Für Audio und Video den freien VLC Medienplayer.
  • OsmAnd~ bietet freies weltweites Kartenmaterial und brauchbare Navigation (wenn man sich an ein paar Eigenarten gewöhnt hat) basierend auf OpenStreetMaps.
  • And Bible ist eine freie Bibelsoftware, die lizenzfreie (also meist etwas ältere) internationale Bibelübersetzungen, Karten und Kommentare als Moduldatenbank anbietet.
    Für aktuelle Übersetzungen sind freilich die Onlinedienste bibelserver.de und bibelwissenschaft.de auch auf dem Smartphone sinnvoll nutzbar.

Weitere Dienste (wie Facebook, dict.leo.org oder bahn.de) nutze ich bewusst im Browser, weil ich es unnötig finde, dafür eine App zu installieren.

Sicherlich bin ich noch nicht am Ende und lerne gerne mehr Apps kennen oder vertiefe meine Überlegungen, was man sinnvoll installieren kann und sollte und was nicht. Prinzipiell hab ich übrigens garnichts dagegen, für gute Software auch ein paar Euro auszugeben. Allerdings ist das Bezahlmodell via Playstore für mich momentan nicht handlebar, also wären InApp-Spendenmöglichkeiten oder AddOns mir deutlich lieber.

Können und sollen jetzt alle Firmen, Projekte und Gemeinden eigene Apps erstellen? Oder ist es sinnvoller, mobiltaugliche Webseiten zu entwickeln, die mit responsive Webdesign erkennen, wie groß der Bildschirm ist und automatisch sinnvolle Infos für diese Größe anzeigen? Zumindest ist es sinnvoll für jede Organisation, die Menschen begegnen möchte, das auch auf dem Smartphone zu tun.

Welche Apps nutzt du? Wie bewusst und nachhaltig kann mobile Kommunikation sein? Bedarf an Schulung oder Infos zum Thema?

Ich freu mich auf dein Feedback! Via facebook, mail, twitter, threema oder auch persönlich, wenn wir uns mal treffen 🙂

Gott – gefällt mir!

Pünktlich zur Buchmesse in Frankfurt ist es erschienen. Das Buch, in dem ich das komplexe Thema meiner Dissertation für normale Menschen aufgeschrieben habe. Natürlich etwas praktischer und ohne langes Methodenkapitel und theologischen Überbau. Lebensnah behandelt es die Frage, wie man Social Media ganz praktisch in der Gemeindearbeit einbinden kann.

Dabei ist Social Media weit gefächert und beinhaltet sowohl die klassischen Medien Facebook, YouTube und Co wie auch crossmediale Ideen für Kinder- Jugend- und Gemeindearbeit. Ideen, wie man ein Stadtfest evangelistisch nutzen kann und rechtliche Fragen zu dem, was meist schon irgendwie gemacht wird bringen so manches Aha-Erlebnis. Dabei bleibt das Buch leicht zu lesen, weil es spielerisch die Geschichte einer (fiktiven) Familie erzählt. Es ist ein Lesebuch mit kleinen Handbucheinschüben (Leseprobe).  Die knapp 100 Seiten kann man bequem an einem verregneten Herbst-Wochenende lesen oder als gemeinsame Gemeindelektüre auf mehrere Wochen aufteilen.

Passend als Geschenk für sich selber, Freunde, (zukünftige) Pastoren/Pfarrer und Gemeinde-Mitarbeiter. So kann man z.B. auch als Mitarbeiter-Präsent zu Weihnachten was unterhaltsames und gleichzeitig informatives verschenken und dazu beitragen, dass Menschen physische und virtuelle Gemeinschaft nicht nur als  Gegensatz, sodnern auch als mögliche Ergänzung wahrnehmen und sich produktiv mit beiden Welten auseinandersetzen 🙂

Und als Ergänzung für Gemeinden, die ganze Sache machen wollen, habe ich eine Seminarreihe konzipiert. Je nach Stand kann sie zwischen einem Abend, einem Wochenende und zehn Wochen Mitarbeiter und Gemeindemitglieder informieren, schulen und ermutigen, sich auf neue Medien einzulassen ohne bisherige Formate vorschnell zu verwerfen.

Dir gefällt das Buch? Schreib gerne eine positive Rezension auf Amazon oder einem anderen Portal. Das ermutigt Leute oft zum Kauf!
Du hast Verbesserungsvorschläge oder Fragen: Schreib mir eine Mail, dann helfe ich dir gerne weiter oder bedenke deine Argumente 🙂

 

Komparserie und Psalm 23

Ein Erfahrungsbericht und eine Psalmmeditation in einem. Ein Experiment:

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“

Gerade ist Marbrug Kulisse für einen Filmdreh. „Besser spät als nie“ lautet der Arbeitstitel und der Inhalt ist schnell erzählt. Eine Frau anfang 40 aus Berlin besucht ihre Tochter in der Unistadt Marburg und nimmt kurzerhand selber das damals abgebrochene Studium wieder auf. Das gibt natürlich Probleme mit ihrem Mann in Berlin und interessante Begegnungen mit Marburger Studenten, Dozenten und anderen Mitmenschen.

„Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“

Der Großteil des Films sind in der Metropole Berlin entstanden. Diese und nächste Woche wird aber im Außendreh die romantische Kulisse der Kleinstadt Marburg eingafangen. Denn ein paar Bilder der typischen Wahrzeichen und jeder, der schonmal hier war fühlt sich heimisch im Film.

„Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“

Ich durfte heute etwas tiefer in die Organisation und Abläufe der Komparserie reinschnuppern und bin beeindruckt mit wie viel Liebe zum Detail dort eigentlich unwichtig scheinende Kleinigkeiten umgesetzt werden. Nicht nur, dass für eine kurze Szene in der Mensa 100 Komparsen (also Kleinstdarsteller, die zwar keinen Text haben aber einfache Handlungen vollziehen können) für einen halben Tag angeheuert werden, auch Tabletts mit passend vorbereitetem Essen wurden vorbereitet: Wer in der Szene gerade aufsteht, bekommt nur Reste auf dem Teller, wer noch etwas sitzt einen halbvollen und wer in der Szene gerade zum Tisch kommt  einen ganz vollen. Jeweils farblich und inhaltlich variiert und liebevoll angerichtet von der Requisite. Und am Anfang war das Essen sogar noch warm.

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“

Nachdem ein Schnitzel 2h lang mit gefühlten 20 Proben und Aufnahmen in mehreren Perspektiven von der Kasse zum Tisch getragen wurde, um im Hintergrund der Hauptdarstellerin ein „echtes Mensaflair“ zu arrangieren, war es natürlich kalt, als es dann als ebenso sorgfältig gesetzte Hintergundhandlung verzehrt werden durfte. Natürlich auch nur in kleinen Happen, weil auch diese Szene ja 5-10x gedreht werden muss. Getränke wurden zwischendurch aufgefült, um ein gleichmäßiges Bild der Szene zu zeigen, Speisen zumindest bei den Hauptdarstellern auch. Alle anderen drehen die Frikadelle so, dass sie von vorne noch ganz und frisch ausschaut.

„Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“

Die Regieassistenz dirigiert 100 Amateure und sorgt dafür, dass jeder zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. So können Kameramann und Regiesseur passende Bilder schießen und es schaut aus, als wäre es ein belebter Mittag zu Semesterstart. Dass es ein früher Morgen in den Semesterferien war, wird man dem Film nicht ansehen. Dass für eine bessere Perspektive auf das Schloss zwischen zwei Szenen die Tische 90° gedreht wurden auch nicht. Das sind die kleinen Tricks, die bei fiktionalen Produktionen gang und gebe sind. Das Ziel ist, ein Film der im Zuschauer eine Wirkung auslöst und eine Geschichte erzählt, die an ein gutes Ende kommen soll. Dabei sind Details der Produktion unrelevant, solange am Ende ein authentisches Bild entsteht.

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“

Ich glaube, Gottes handeln an der Welt, kann man mit einem Filmset vergleichen. Er ist der Regisseur, der einen Plan hat, aber er lässt den Darstellern einen gewissen Freiraum, innerhalb des Plans zu agieren. Und drumherum sind ganz viele Menschen, die bewusst oder unbewusst nach seiner Leitung rumwuseln und so dafür sorgen, dass am Ende ein gutes Bild entsteht. Mit dem Unterschied, dass wir gleichzeitig Hauptdarsteller unseres Films und Nebendarsteller, Komparse oder Statist im Leben von zahlreichen anderen Menschen sind. Wie viel Freiheit man dabei hat und wie stark das Drehbuch bereits vorher feststeht, darüber streiten sich Theologen seit Jahrhunderten. Ich glaube, bei Gott muss sich das garnicht widersprechen. Psalm 23 spricht davon, dass Gott uns führt, leitet, gute Pläne für uns hat und uns Gutes und Schwieriges erleben lässt. Und am Ende entscheidet der Psalmist doch selber, wo er bleiben will.

„…und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Wir können uns entscheiden, ohne dabei Gottes großen Plan zu durchkreuzen. Beim Film ist viel vorgeplant. Aber wie die Komparsen aussehen, sich geben und welchen Flair sie dem Film geben, sieht das Team doch erst vor Ort. Da kann dann die Kostümabteilung aus den mitgebrachten Klamotten auswählen oder Kostüme für den Dreh aushändigen. Auch der Typ der Darsteller ist natürlich vorher geplant. Wenn 30 Studierende und 5 ältere Semester für eine Bibliotheksszene gebraucht werden, fragt man solche Kriterien ab. Aber das Wesen selbst eines Komparsen gibt dem Film immer auch etwas persönliches mit.

Ich bin gepannt, den Film 2015 im Fernsehen zu sehen. Und ich bin gespannt, am Ende des Lebens bei Gott zu sehen, welcher Lebensfilm aus meinen täglichen Entscheidungen entstanden ist. Egal, wie viel ich tatsächlich selber beigetragen habe und wo er bereits vorher wusste, was ich aus der gegebenen Szene machen würde. Denn ER ist mein gute Hirte und Regisseur meines Lebens 🙂

spielerisch URLs kürzen

Das Web 2.0 lebt von Vernetzung. Für Links in Kurznachrichten und Kommentaren fehlt aber manchmal der Platz für endlos lange URLs wie z.B.:
http://www.stern.de/digital/ueberwachung/einzigartiges-experiment-we-are-watching-you-wie-viel-ueberwachung-vertraegt-ein-mensch-2124442.html

Um auf solche Links hinzuweisen, gibt es daher URL-Shortener, die aus der langen Adresse eine kurze machen:
http://bit.ly/1xtLliQ oder http://ow.ly/C40ju

Wie bei jedem Online-Formular gibt es leider manchmal Missbrauch durch automatisierte Skripte („Bots“), die den Dienst nutzen, der eigentlich für echte Menschen gedacht ist. game2Als Schutz dagegen wird typischerweise ReCAPTCHA genutzt, um sicherzustellen, dass der Antragsteller ein Mensch ist.
Viel schöner finde ich die Mini-Spiele von ow.ly, die pfiffig den gleichen Zweck erfüllen, aber deutlich weniger nerven.

game3Teilweise habe ich einfach so mal ein paar URLs gekürzt, um zu spielen. Es befriedigt meinen Ordnungsdrang, Dinge zuzuordnen und zu sortieren. So mag ich das. Das technisch nötige Ziel wird erreicht und dabei dem Nutzer noch ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert 🙂

BTW: Dass bei URL-Shortenern meist auch Klickstatistiken erstellt werden ist klar. Ob das gut oder schlecht ist, hängt vom Kontext ab. Auch gibt es natürlich bei unseriösen Links auch Sicherheitsrisikos. Als Gegenmaßnahme gibt es daher Dienste wie longurl.org, die Kurz-URLS wieder lang machen. Wer nicht immer Spielen oder Captchan möchte, kann sich ein Nutzerkonto erstellen. Und für sensible Daten, richtet man sich sowieso besser einen Dienst auf dem einem eigenen Server ein.

Jogibär – zielgruppenorientierter Medieneinsatz

Am Wochenende durfte ich das Kinder-Spielplatz-Projekt „Jogibär“ in Düsseldorf kennen lernen. Aufbauend auf der New Yorker Idee  „Metro Ministries“ von Bill Wilson sollen auch in Düsseldorf Kinder viel Spaß und positive Gemeinschaft erleben.

bär_webEinmal im Monat gestaltet das Mitarbeiterteam einen Gottesdienst für Kinder am Samstagnachmittag auf einem Spielplatz. Eingeladen wird im Vorfeld persönlich in den angrenzenden Häusern. Familien sollen die Mitarbeiter kennen lernen, um ihnen vertrauen zu können und zu wissen, dass die Kinder dort in guten Händen sind. Ein buntes Programm aus kindgerechten Spielen, Songs, einer biblischen Botschaft und leckeren Süßigkeiten bzw. Preisen zieht regelmäßig bis zu 100 Kinder an. Dabei ist der Jogibär ein besonderer Star, der mit den Kindern tanzt oder einfach geknuddelt werden kann.

schilder_webEingängige Lieder mit einfachen deutschen Texten werden mit den Kindern geübt und gesungen. Verbunden mit passenden Bewegungen lernt so jedes Kind, dass es wertvoll und geliebt ist und in Frieden mit anderen Menschen leben kann. Für eine OpenAir-Veranstaltung mit Kindern ist dabei weder ein Gesangbuch noch eine Medieninstallation wirklich passend. Die meisten Kinder singen die Texte auswendig mit, aber um sie leichter zu lernen, werden sie auf großen Pappen aufgemalt. So kann man sie bei Bedarf leicht mitlesen. Gerade auch die Eltern, die teilweise auf den Spielplatz kommen und bei einer Tasse Kaffee mit zuhören.

schwert_webDie Botschaft (diesmal „Denke nach, bevor du sprichst“ nach Prediger 5,2) wird neben kurzen Erzählungen von persönlichen und biblischen Geschichten auch durch Objekte visualisiert. So können sich die Kinder gut merken, worum es geht. Ein Schwert zum Beispiel ist ein sehr mächtiges Werkzeug und kann je nach Einsatz Menschen verletzen oder auch Menschen beschützen und ihnen helfen. So ist das auch mit unseren Worten – sie können verletzen oder helfen, je nachdem, was wir sagen. Also sollten wir gut überlegen, ob wir anderen Menschen hilfreiche Dinge sagen oder sie beleidigen und damit verletzen.

bilder_webAm Ende bekommt jedes Kind noch den Merkvers auf einer kleinen Karte zum Mitnehmen. Praktische Gegenstände, gedruckte und gemalte Plakate und Spruchkarten sind also ganz lebensnahe Medien, die hier genutzt werden. Außerdem die persönliche Begegnung im Gespräch, bei Spiel und Spaß, Hausbesuchen und gemeinsam Fußballspielen. Und nicht zuletzt die liebevolle Umarmung des großen Bären oder eines Mitarbeiters. So transportiert die Veranstaltung ganz ohne „moderne Massenmedien“ gute Gedanken passend an eine Zielgruppe vor dem Smartphone- und Interneteinstieg. Klar gibt es auch eine Website und Facebook-Seite mit Informationen für Erwachsene, aber für die Kinder zählt noch ganz die haptische Erfahrungswelt.

logoMein Resümee des Wochenendes: Es ist gut, viele Methoden und Tools zu kennen und kontextsensitiv auszuwählen, was wo passt 🙂