Rockbox – Pimp your MP3-Player

Egal ob auf langen Zugfahrten, bei Rock’n’Roll-Kursen, Gottesdiensten oder Veranstaltungen: ein mobiles Musikabspielgerät brauch ich oft. Und bisher war ich nie wirklich zufrieden. Meist war das Display zu klein, die Software hatte nur wenig Funktionen und ich vermisste eine Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Musik anzupassen (pitch oder timestrech).

rockbox-logoAm Computer ist es schon lange normal, dass man Schriftgröße und Funktionsumfang den eigenen Vorlieben anpassen kann und digitale Musikgeräte sind ja letztlich auch kleine Computer. Warum also da immer nur Standard.

sandiscclipzipDankenswerterweise hab ich von einem Freund einen entscheidenden Tipp bekommen, der mich momentan voll zufriedens tellt. Für viele Geräte kann man (zusätzlich zur vorinstallierten Software) die OpenSource-Fírmware „Rockbox“ installieren. Rockbox bietet unterschiedliche Skins & Themes, wie man es von Mobiltelefonen kennt, einen deutlich größeren Funktionsumfang (Mediendatenbank, Playlist-Optimierung, Geschwindigkeit und Pitch) und vor allem kleinere Schrift und somit mehr Platz auf dem Display. Es ist somit optimiert für Menschen mit guten Augen (aber auch für Blinde und sehschwache Menschen gibt es Styles oder sogar Sprachsteuerung), und legt Funktionalität als Maßstab an. Sogar Spiele kann man installieren. doomWarum ich Minesweeper, Schach oder Doom auf meinem MP3-Player spielen soll, hab ich zwar noch nicht verstanden, aber – Proof of Concept – schön dass es gehen würde…

Für Rockbox hab ich mir tatsächlich eine neue Hardware gekauft (auf der Website ist eine Liste, auf welchen Geräten RockBox läuft). In meinem Fall ein „San Disc Sansa Clip Zip“. Ein kleines Gerät mit Clip, um es leicht am Körper zu tragen und 1,3″ Display. Mit der Originalsoftware wird schon das Wort „Einstellungen“ abgeschnitten. Mit der Kombi aus SanDisc und Rockbox bin ich aktuell sehr zufrieden. Gute Hardware und gute Software im perfekten Zusammenspiel. Dateien speichere ich via USB auf der MicroSD-Karte oder dem internen Speicher und hab so bis zu 48GB Musik immer dabei. So kann ich mich wieder mehr auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren, weil die Technik einfach und intuitiv läuft 🙂

vergleich

Und deshalb beschäftige ich mich auch nicht mit dem GameBoy-Emulator, dem integrierten Kalender oder experimentellen Videowiedergaben auf 1,3 Zoll, sondern freue mich über den Segen der Technik, der OpenSource-Bewegung und der Kreativität. Denn gute Technik sollte uns nicht  durch immerwährende Updates und Optimierung von der Arbeit abhalten. Sie sollte dazu da sein, Menschen kreativ und produktiv zu machen und freizusetzen.